Anbau Reisterrassen Vietnam Kopie 2

Wenn Sie glauben, dass Reis nur in China angebaut wird, dann sollten Sie unbedingt weiter lesen. Denn der Reis auf Ihrem Teller kommt höchstwahrscheinlich nicht aus dem Reich der Mitte. Vielleicht weil dort alle Reissäcke schon umgefallen sind...

In Wirklichkeit essen die Chinesen den Großteil ihrer Reisernte selbst auf. Exportweltmeister ist stattdessen Thailand. Südostasien ist mit großem Abstand das Hauptanbaugebiet für Reis. Über 90% der weltweiten Produktion kommen aus dem feuchtwarmen, für den Reisanbau idealen Klima Südostasiens. Hier gibt es über 200 Mio. Reisfarmen. Die meisten sind aber kleiner als ein Hektar. Für hunderte Millionen Menschen gerade in ländlichen Gebieten ist der Reisanbau die einzige Einnahmequelle.

Der größte Anteil wird jedoch direkt in den Herstellungsländern wieder verbraucht. Kaum verwunderlich, so werden über 50% des Energiebedarfs der Bevölkerung in Asien durch Reis gedeckt. Bei einem daraus resultierenden Pro-Kopf-Verbrauch von ca. 100kg im Jahr und der nicht eben geringen Einwohnerzahl, muss schon das eine oder andere Körnchen Reis produziert werden.

Reis gibt es überall

Reis wird in über einhundert Ländern auf fast jedem Kontinent der Welt angebaut. Nur in der Antarktis, da bekommt selbst Reis kältefrei. Nördlicher als die italienische Po-Ebene liegt dann auch keines der Anbaugebiete, aber sie bieten dennoch eine große Klima- und Ortsvielfalt. In Myanmar liegt der durchschnittliche Niederschlag bei 5.100mm und in Saudi Arabien nur bei 100mm. Auch bei 33°C in Pakistan gedeiht der Reis; genauso wie bei 17°C in Japan. Höhenunterschiede können dem Reis nichts anhaben, schließlich wächst er sowohl in Küstenregionen als auch am Fuße des Himalayagebirges. Auch an die Sonneneinstrahlung kann sich Reis anpassen. In Myanmar bekommt er nämlich nur 25% Sonneneinstrahlung ab, während es in Südägypten und dem Sudan 95% sind.

Einsatz von Technik

Auch die Varianz was den Einsatz von Technik beim Anbau von Reis angeht, ist bemerkenswert. In den traditionellen Anbaugebieten Asiens wird ein hoher Anteil der Arbeit von Menschen erledigt und jeder Bauer bestellt sein eigenes, kleines Feld. Hingegen in Erste-Welt-Ländern wie Italien, den USA oder Australien ist der Einsatz von hoch entwickelten Geräten üblich. Die Fortschritte bei der Reisforschung führen dazu, dass die Ernte pro Anbauer um ein vielfaches höher liegt – genauso allerdings der Verbrauch von fossilen Kraftstoffen.

Wussten Sie schon? In Asien ist die Methode des Nassreisanbaus am weitesten verbreitet.