Curry ist sehr viel mehr als das ockerfarbene Pulver auf unserer geliebten Currywurst. Curry ist außerdem eine Programmiersprache, ein 551m hoher Berg und zahlreiche Städte in den Vereinigten Staaten tragen diesen Namen. Vor allem aber ist Curry ein wahnsinnig vielfältiges und leckeres Gericht, das aus der fernöstlichen Küche kaum wegzudenken ist.

Curry hat viele Gesichter. Im Supermarkt begegnen uns Curryblätter, Currykraut und Currypulver. Doch sprechen wir hier bei Reishunger von Curry, meinen wir damit etwas ganz Anderes. Curry leitet sich vom tamilischem Wort „kari“ ab, was so viel wie „Sauce“ bedeutet und bezeichnet ein ragout- oder eintopfartiges Gericht, welches vor allem in Indien zuhause ist. Damit umfasst Curry eine ganze Bandbreite von Gerichten, die mit einer bestimmten Gewürzmischung aromatisiert ist. Als die Briten im 18. Jahrhundert zur Kolonialzeit auf das leckere Gericht trafen, kreierten sie – etwas überfordert von der Vielfalt der Aromen– eine eigene Gewürzmischung, die auf den europäischen Geschmack angepasst ist und angelehnt an das Gericht hierzulande als „Curry“ oder „Currypulver“ bezeichnet wird. Dieses taucht meistens in Verbindung mit Ketchup und geschnittener Brühwurst auf – und das ist auch gut so. Wo dieses Curry nichts verloren hat, ist im Curry! Denn das für Curry charakteristische Gewürz heißt Garam Masala, besteht aus bis zu 30 Komponenten und hat so viele Rezepturen, wie es Inder gibt.

Garam Masala vs. Currygewürz

In Indien bereitet man Currys traditionell mit der Gewürzmischung "Garam Masala" zu, wobei man kaum von der Gewürzmischung sprechen kann. Statt eine fertige Mixtur zu verwenden ist es hier üblich, sein eigenes Garam Masala aus bis zu 30 Gewürzen selber herzustellen. Größter gemeinsamer Nenner sind Kardamom, Piment, Zimt, Nelken, Muskat und Koriander. Diese Gewürze finden sich auch im abgewandelten Currypulver wieder. Bockhornklee, Chili, Pfeffer, Kreuzkümmel, Senfsamen und getrockneter Ingwer sind ebenfalls Bestandteile vieler Masalas. Eine Besonderheit ist, dass die getrockneten Gewürze vor dem Mahlen noch geröstet werden, wodurch das Garam Masala in der Farbe dunkler ist als unser Gewürzpulver, welches seine Farbe vor allem dem hohen Anteil von Kurkuma (auch Gelbwurz genannt) verdankt.

Curryblätter stammen vom asiatischen Currybaum und finden in den wenigsten Masala Rezepturen Anwendung. Das zarte grüne Blatt schmeckt nicht annähernd nach dem, was man geheimhin als „Currygeschmack“ bezeichnen würde und erinnert eher an das frische Aroma duftender Zitrusfrüchte. Currykraut dagegen ist ein heimisches Strohblumengewächs, welches geschmacklich eher an Salbei und mediterraner Küche erinnert und daher nicht für indische Curry Gerichte verwendet wird.

Curry, als eintopfartiges Gericht mit einer Gewürzmischung, die so viele unterschiedliche Rezepturen kennt wie es verschiedene Geschmäcker und Vorlieben gibt, ist in gewisser Weise alles und nichts. Von klassischem Dal bis zum aufgefallenem Schoko-Curry gibt es so viele Curry Variationen, wie es Reishungrige gibt. Erlaubt ist, was schmeckt und uns interessiert, welche Art von Curry eure liebste ist?