Emmer…Emma? Nein, Emmer!!! Was klingt wie der alte, sehr beliebte Mädchenvorname „Emma“ beschreibt jedoch eine der ältesten Getreidearten der Welt.

Herkunft

Ursprünglich kommt Emmer aus dem Vorderen Orient, wo das Getreide bereits vor 10.000 Jahren angebaut wurde. Auch bei den Römern und Bewohnern des Mittelalters galt es als wichtiges und beliebtes Grundnahrungsmittel. Aufgrund der mühsamen Ernte, des geringen Ernte-Ertrags und der veränderten Ernährungsgewohnheiten aufgrund des wachsenden Wohlstands wurde es jedoch von ertragsreicheren Getreidearten wie Dinkel, Weizen oder Roggen verdrängt. Dies bedeutete zunehmend den Niedergang von Emmer.

Erst seit den 1990er Jahren erlebt das Urgetreide aufgrund des Bio-Trends und der erhöhten Nachfrage an unverfälschten Nahrungsmitteln wieder an Bedeutung und Beliebtheit. Seit dem wird es auch wieder verstärkt in Süddeutschland und der Schweiz angebaut. Auch im übrigen Europa steigt die Anbaufläche wieder an.

Merkmale

Da Emmer zwei Körner pro Ähre hat, welche fest von Spelzen umschlossen werden, wird es auch Zweikorn genannt. Die Getreideart aus der Gattung des Weizen kann bis zu 1,50 m hoch werden. Es ist daher eng mit Hartweizen verwandt und auch optisch ähnelt es einem normalen Weizenkorn. Zusammen mit Einkorn wird es zum Urgetreide gezählt. Aus botanischer Sicht zählt Emmer zu den Gräsern und seine Früchte zu den einsamigen Schließfrüchten.

Geschmack und Verwendung

Emmer ist besonders klebrig und zäh und hat einen nussigen und herzhaften Geschmack. Daher eignet es sich ideal für die Zubereitung von Bier, Brotbackwaren, Gebäck oder Teigwaren. Aufgrund der einzigartigen Würze gewinnt das dunkle und meist trübe Emmerbier unter Bierliebhabern zunehmend an Bedeutung. Die gekochten Körner können zudem als Einlage in Salaten, Suppen, Aufläufen oder Bratlingen verwendet werden. In Italien ist zudem die Zweikornsuppe, ein deftiger Emmereintopf, sehr beliebt und besonders in der Toskana verbreitet. Sogar in der Floristik finden die Zweikorn Ähren in einigen Gestecken Verwendung.

Das Urgetreide Emmer stellt nicht nur eine der ältesten Getreidesorten dar, sondern ist zudem auch noch sehr gesund. Es ist reich an Eiweißen und Mineralstoffen und hat im Vergleich zu anderen Getreiden einen deutlich höheren Zinkanteil.