Sojabohnen - die Wunderbohnen aus Asien

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Sojabohnen sind unglaublich vielseitig! Wer hätte gedacht, dass sich aus den kleinen unscheinbaren Bohnen Produkte wie Tofu, Sojamehl, Miso (Sojabohnenpaste), Sojasauce, Sojaöl oder auch Sojamilch herstellen lassen, so dass man sich nur davon vollwertig ernähren könnte?

Damit gehört die Sojabohne weltweit zum bedeutendsten und wirtschaftlich wichtigsten Gemüse. Was sie noch so alles kann, erfährst du in diesem Artikel!

Sojabohnen sind unglaublich vielseitig! Wer hätte gedacht, dass sich aus den kleinen unscheinbaren Bohnen Produkte wie Tofu, Sojamehl, Miso (Sojabohnenpaste), Sojasauce, Sojaöl oder auch Sojamilch herstellen lassen? Die Bedeutung der Sojabohne wächst zunehmend. Sie gehört mittlerweile weltweit zu den bedeutendsten und wirtschaftlich wichtigsten Nutzpflanzen. Eine wahre Wunderbohne eben! Was die Sojabohne ausmacht und wie sie am besten zubereitet wird, erfährst du in diesem Artikel.

Was sind Sojabohnen?

Sojabohnen, oder umgangssprachlich einfach nur Soja, gehören zu den Schmetterlingsblütlern, einer Unterfamilie der Hülsenfrüchte. Sie reihen sich neben bekannten Gattungen wie Erdnüsse, Linsen, Erbsen und Kichererbsen ein. Aber wie sehen Sojabohnen überhaupt aus? Die Früchte wachsen an buschartigen Pflanzen in länglichen, behaarten Hülsen. Sie werden bis zu zehn Zentimeter lang. Die Bohnen im Inneren können je nach Sorte braun, grün, rot oder cremefarben sein und ihre Form variiert zwischen klein und rund sowie gewölbt und länglich.

Sojabohnen als Proteinlieferanten

Soja ist eine unglaublich vielfältig einsetzbare Pflanze. Die Bohnen haben einen hohen Ölgehalt, weswegen die Produktion von Sojaöl sehr attraktiv ist. Das eiweißreiche Extraktionsschrot, ein Abfallprodukt der Sojaöl-Produktion, wird dann als Nahrungsmittel für Mensch und Tier weiterverarbeitet. Sojabohnen haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Hülsenfrüchten, denn sie sind ein super Proteinlieferant. Und Sojabohnen haben noch ein beeindruckendes Alleinstellungsmerkmal: Sie sind das einzige Gemüse, das mehr Protein als Kohlenhydrate enthält.

Sind Edamame Sojabohnen?

Die meisten kennen die Bohne aber aus Produkten wie Tofu, Sojasauce oder Edamame. Edamame – was ist das eigentlich genau? Die unreif geernteten Sojabohnen werden auch Edamame genannt. Vielleicht kennst du den Begriff aus der japanischen Küche. Für den knackig-nussigen Snack werden die unreifen Sojabohnen in Salzwasser gekocht. Die grünen Bohnen im inneren der Edamame werden anschließend aus der Hülse herausgedrückt und verspeist.

Anbau und Ernte von Soja

Die Sojabohne kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Mittlerweile ist sie aber weltweit verbreitet. Zu den größten Sojaproduzenten gehören aber nicht etwa China oder Japan, sondern Brasilien und die USA. Aufgrund der hohen Nachfrage steigt auch in Deutschland der Anbau von Soja. Die Hülsenfrucht auf sechs Prozent der weltweiten Landwirtschaftsnutzfläche angebaut.

Die Sojapflanzen werden für gewöhnlich im Zeitraum von Mitte April bis Anfang Mai ausgesät. Das Saatgut wird dabei 2 bis 5 cm tief in den Boden gesetzt. Für den Anbau von Sojabohnen eignet sich vor allem eine warme Umgebung. Die subtropische Pflanze fühlt sich bei warmen Temperaturen bis zu 34 Grad besonders wohl und wächst auch auf nährstoffarmen Böden. Die Ernte der Sojabohne erfolgt zwischen Mitte September und Anfang Oktober. Wenn die Bohnen reif sind, verfärben sich die Hülsen der Pflanze rotbraun und die Blätter fallen langsam ab. Im landwirtschaftlichen Anbau werden die Sojabohnen mithilfe eines Mähdreschers geerntet. Hierbei werden die Sojabohnen in einer Trommel von der Hülse gelöst.

Geschmack und Verwendug

Aber wie schmecken Sojabohnen denn überhaupt? Und was macht man mit Sojabohnen? Die pure Bohne hat einen eher neutralen Geschmack. Man kann die Bohnen gut in Suppen und Eintöpfe verarbeiten. Die meisten kennen die Hülsenfrucht allerdings aus vielseiteigen Produkten wie Sojamilch, (geräuchertem) Tofu, Sojasauce oder Miso Paste.

  • Sojamilch, oder genauer Sojadrink, wird aus getrockneten gelben Sojabohnen hergestellt. Das Produkt dient für laktoseintolerante Menschen als Kuhmilchersatz. Aber auch Vegetarier und Veganer kommen dank der Wunderbohne auf ihre Kosten.
  • Tofu ist ein beliebter Fleischersatz und findet vor allem in der vegetarischen und veganen Küche häufig Verwendung. Hierfür werden weiße Sojabohnen zu Sojamilch verarbeitet. Diese wird dann mit Gerinnungsmitteln versetzt, sodass die Milch ausflockt. Der entstandene Quark wird dann entwässert und zu Blöcken gepresst. Tofu ist ein Sojaprodukt mit einem neutralen Geschmack, weswegen er in vielen Gerichten vorher gewürzt oder mariniert wird. Eine intensivere Variante ist der etwas festere Räuchertofu. Dieser wird in einer Räucherkammer geräuchert.


  • Um Sojasauce herzustellen, werden fein gemahlene Sojabohnen in Wasser eingeweicht und gedünstet. Anschließend werden geröstete und geschrotete Weizenkörner und Meersalz hinzugefügt und im nächsten Schritt fermentiert und pasteurisiert. Dann gärt das Gemisch in einer Salzwasser-Lösung. Fertig ist die Sojasauce! Im Unterschied zur hellen Sojasauce wird bei dunkler Sojasauce nach längerer Fermentierung noch Zucker hinzugefügt.
  • Miso ist eine Sojabohnenpaste, die aus gegorenen Sojabohnen, Kochsalz und Getreide hergestellt wird und mit der sich so ziemlich alles würzen lässt, was Würze nötig hat. Es gibt verschiedene Sorten der Miso Paste, die sich in der Länge der Reifung unterscheiden. So wird u.a. zwischen Shiro, Aka, Kuro und Awase Miso Paste unterschieden. Eines ist auf jeden Fall sicher: Diese Paste hat es in sich!

Sojabohnen kochen und zubereiten

Du kannst neben Produkten wie Tofu oder Sojasauce aber auch die Bohnen zum Kochen nutzen. Hierbei sind jedoch einige Punkte zu beachten.

Getrocknete Sojabohnen halten trocken und kühl gelagert 1 bis 2 Jahre. Frische Bohnen lassen sich in Asia-Läden aufspüren. Diese halten sich dann im Kühlschrank 2-3 Tage. Die getrockneten Sojabohnen müssen vor dem Verzehr gekocht werden, weil sie roh nicht genießbar sind. Eine Ausnahme ist hier die unreife Edamame. Vor dem Kochen sollten die Bohnen für einige Stunden in Wasser eingeweicht werden. Die aufgequollenen Sojabohnen werden dann abgespült und in einem großen Topf unter Rühren aufgekocht. Dann brauchen die Bohnen zugedeckt etwa eine Stunde auf niedriger Hitze, um weich zu werden. Wie bei anderen Hülsenfrüchten gilt auch bei Sojabohnen: Erst nach dem Kochen salzen, sonst werden sie nicht weich.

Anschließend können die gekochten Bohnen dann für Suppen, Eintöpfe, aber auch Salate oder Currys verwendet werden.

Rezepte mit Sojabohnen

Du brauchst Inspiration bei der Zubereitung von Sojabohnen und suchst dafür passende Rezepte? Wir haben ein paar Ideen für dich, wie du die Wunderbohne verarbeiten kannst.

Sojabohneneintopf: Alle kennen ihn, alle lieben ihn: den Erbseneintopf wie bei Omi. Aber warum nicht mal experimentierfreudig sein und die Erbsen mit Sojabohnen austauschen? Den klassischen Eintopf mit Kartoffeln, Möhren und Knollensellerie kannst du außerdem perfekt mit geräuchertem Tofu ergänzen.

Bowl mit Edamame: Die unreifen Sojabohnen kannst du ideal für eine frische Bowl verwenden. Die gekochten Edamame einfach mit Reis und deinem Lieblingsgemüse kombinieren und mit einem leckeren Dressing aus Sojasauce, Honig und Knoblauch mixen.

Quinoa-Salat mit Edamame: Wie wärs mit einem leckeren Quinoa-Salat mit Edamame, Ananas, Gurke, Avocado, Sesamkörnern und Sonnenblumenkernen? Klingt nicht nur gut, ist es auch! Einfach Quinoa und Edamame kochen, Obst und Gemüse schnippeln und mit Körnern und Kernen toppen. Als Dressing eignet sich ein Mix aus Sojasauce, Limettensaft und Olivenöl.

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