Quinoa Anbau Pflanze

Das bolivianische Fuchsschwanzgewächs Quinoa ist so beliebt wie noch nie. In den 80er Jahren war dieser Trend den Hippies vorbehalten, aber heute ist Quinoa längst im Mainstream angekommen.

Quinoa wird auch Inkareis, Andenhirse oder Perureis genannt. Warum? Weil Quinoa hauptsächlich in den Anden angebaut wird. Eigentlich war Quinoa eine Notlösung, da auf der Hochebene der Anden auf 4000m Höhe kein Mais wächst. Die senfkorngroßen Samen werden oft als Salat oder als Beilage gegessen. Aber auch die Blätter der Pflanze können als Gemüse verzehrt werden.

Die Körner schützen sich vor Schädlingen indem die Samenschale mit Saponinen überzogen ist, was sehr bitter schmeckt. Im ungeschälten Zustand ist Quinoa also ungenießbar. Erst geschält kann man Quinoa verzehren. Beim Kochen und Erhitzen werden Rückstände der Saponine unschädlich gemacht. Die minimalen verbleibenden Reste sind nicht schädlich für den Menschen, da der Darm diese Stoffe kaum aufnimmt.

Quinoa ist »everybodys darling«

Im 16. Jahrhundert erfreute sich Quinoa keiner großen Beliebtheit. Jedenfalls nicht bei den spanischen Eroberern. Sie stellen den Anbau von Quinoa unter Todesstrafe, weil sie der Bevölkerung in den Anden schaden wollten. So war Quinoa bis ins 20. Jahrhundert als »unchristliches« Lebensmittel verpönt.

Inzwischen ist das Ansehen von Quinoa deutlich gestiegen. 2004 importierten die USA immerhin 1800 Tonnen Quinoa, aber 2013 waren es gigantische 34.000 Tonnen. Auch in den Läden wird die erhöhte Nachfrage spürbar: Der Preis hat sich fast verdoppelt.

Warum hat dieses Umdenken stattgefunden? 2013 wurde von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum »Jahr der Quinoa« erklärt. Auch die Fitnesswelle ist inzwischen in jedem Winkel angekommen. Jeder und jede möchte sich gesund und ausgewogen ernähren.

Und was ist mit den Quinoa-Bauern?

Der durchschnittliche monatliche Verdienst eines Quinoa-Bauern hat sich in der letzten Jahren von 35 Dollar auf 220 Dollar versechsfacht. Das liegt aber auch an der erhöhten Nachfrage, die es für die Bauern geradezu unmöglich macht ihre eigene Ernte zu essen.

Obwohl die Flächen, auf denen Quinoa angebaut wird, bereit stark vergrößert wurden, können Sie der Nachfrage nicht genügen. Vielen Einkäufern kann es aber nicht schnell genug gehen. Inzwischen wird überall auf der Welt an Quinoa geforscht. Die Forschung hat zum Ziel, Quinoa auch in anderen, tieferen Regionen anzubauen. Falls dieser Versuch glückt, sieht es schlecht aus für de Quinoa-Bauern. Dann würde es billiger industriell angebaute Quinoa zu kaufen, als den aus den Anden. So wird es für die Bauern schwierig ihren Lebensstandard zu halten.

Da bleibt nur »abwarten und Tee trinken« bis sich die Preise für Verbraucher und Erzeuger stabilisiert haben. In der Zwischenzeit gibt es auch andere leckere Körner, wie Couscous, Bulgur und Hirse mit denen sich Quinoa ersetzen lässt.