Ernte Mähdrescher Reisfeld

Wussten Sie, dass man Reis auch auf trockenem (bzw. ungeflutetem) Boden anbauen kann? Zugegeben, nur ein Bruchteil der weltweiten Reisernte stammt aus dem Trockenreisanbau. Dennoch soll auch diese Methode eine Erwähnung finden.

Beim Trockenreisanbau wird eine Unterart des heutigen Reises genutzt, der nicht an Überflutung angepasst ist. Vorteil: Trockenreisanbau kann auch in Gegenden erfolgen, wo der Nassanbau nicht möglich ist, etwa im Gebirge. Allerdings benötigen diese Reissorten eine hohe Luftfeuchtigkeit. Nachteil: Ohne Wasser können Unkräuter ungehemmt wachsen, so dass die Ernte gegenüber dem Nassanbau stark geschmälert wird. Trockenreis wird in der Regel über das Streusaatverfahren ausgebracht und bis in Höhen von 2.000 Metern angewendet. Trockenreis ist teurer, wird aber wegen seines intensiveren Aromas geschätzt. Durch die geringeren Erträge stellt der Trockenreisanbau jedoch keine echte Alternative zum Nassreisanbau dar.

Maschinelle Anbauverfahren beinhalten das Ausbringen der Saat per Flugzeug und das Ernten mit dem Mähdrescher. Diese Verfahren werden vor allem in Europa und den USA angewendet. Arbeit von Hand wie in den asiatischen Staaten wäre hier nicht bezahlbar.

Nach der Ernte

Reis wird als Rohreis bzw. Paddyreis geerntet und anschließend getrocknet. In der Reismühle werden die Spelzen entfernt, wodurch das Korn nur noch vom Keimling und dem Silberhäutchen umgeben. Nun heißt er Vollkornreis (oder auch brauner Reis, oder Vollreis, oder Naturreis). Um den weißen Reis, der am meisten verkauft wird, herzustellen, wird das sogenannte Silberhäutchen (die das Reiskorn umgebende, proteinhaltige Schicht) mit Hilfe einer Maschine vom Korn getrennt. Anschließend werden die Körner mit Glucose und Talkum poliert, damit sie weiß werden. Die beim Schleifen anfallenden Partikel bilden die Reiskleie.

Alternativ kann der Rohreis auch zunächst mit Dampf behandelt oder in heißes Wasser eingelegt werden, so dass sich die im Silberhäutchen und im Keimling enthaltenen Inhaltsstoffe herauslösen. Die so gelösten Vitamine und Mineralstoffe werden anschließend unter hohem Druck in das Reiskorn hineingepresst, das Korn mit Dampf versiegelt und unter Vakuum getrocknet. Erst jetzt werden die Spelzen entfernt und die Körner geschliffen. So entsteht der sogenannte Parboiled Reis, der ca. 25 % der Welternte ausmacht. Dieser ist aber geschmacklich weniger ansprechend als anderer Reis.