Anbau Reisfelder Italien Piedmont

Beim Stichwort „Italien“ fällt den meisten Pizza und Pasta ein, aber nicht unbedingt Reis. Dabei ist Italien der größte Reisproduzent Europas. Das wasserliebende Getreide wird überwiegend im Piemont angebaut. Risotto Reis wird dort selbstverständlich auch gezüchtet. Spätestens jetzt fällt beim Stichwort Italien auch Risotto Milanese.

Reissorten in Italien

In der Po Ebene im Piemont, genauer gesagt in den Provinzen Vercelli und Novara, wird jede Menge Reis angebaut. Genauer gesagt rund ein Drittel der europäischen Reisproduktion entsteht dort. Bereits seit dem 15. Jahrhundert wird in Italien Reis angebaut, damals jedoch nur eine Sorte, die „Nostrale“ genannt wurde. Im 19. Jahrhundert dann wurde mit Samen von über 40 verschiedenen Reissorten rumprobiert, bis herausgefunden wurde, welche Sorten der tropischen Pflanze sich für den Anbau unter den Bedingungen in der Po Ebene besonders gut eignen. Inzwischen werden einige Dutzend unterschiedliche Sorten angebaut. In erster Linie werden Risotto-Reis-Sorten, also Rundkorn-Reis, angebaut Zu den berühmtesten gehören Balilla, Arborio, Baldo und Carnaroli. Der Letztere gilt als der Beste unter den Risotto-Reis-Sorten. Er wird besonders cremig und hat einen feinen Eigengeschmack. Auch der Reishunger Bio-Risotto Reis, ebenfalls von der Sorte Carnaroli, kommt aus dem italienischen Piemont.

Anbau im Piemont

Reis braucht viel Wasser, um gut wachsen zu können. Deshalb ist es umso besser, dass rund um das Piemont, gelegen am oberen Po und rund um Turin, so viele Quellen zur Verfügung stehen. Für die 3000 bis 20000 Liter Wasser, die für ein Kilogramm Reis benötigt werden, werden im Piemont unter anderem die Gebirgsflüsse Dora Baltea und Sesia „angezapft“. Bei ihrem Wasser handelt es sich um Schmelzwasser aus den Massiven des Mont Blanc und Monte Rosa. Dieses Wasser hat eine besonders gute Qualität, denn es ist nicht mit verschmutzen anderen Flüssen in Berührung gekommen und ist vor allem für den Anbau von Bio-Reis so wertvoll. Anfang Mai werden im Piemont die vorgekeimten Reiskörner ausgesät. Am besten ist es, wenn das Wasser auf den Feldern überall gleich hoch steht, denn es übernimmt neben der Versorgung mit Flüssigkeit auch die Funktion des Wärmespeichers. Es schützt die Reispflanzen also vor der Hitze am Tag und den eher kühlen Temperaturen in der Nacht. Zum Keinem braucht der Reis, je nach Sorte, Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad Celsius. Es dauert nicht lange bis die Halme kräftig Grün sind und blühende Rispen entwickelt haben. Sobald die Reiskörner anfangen zu reifen, werden die Reisfelder trocken gelegt und die Landschaft verwandelt sich binnen Tagen: Die Felder sind dann nicht mehr intensiv Grün, sondern schimmern rötlich-gold, bevor sie Braun werden. Dann werden die Körner geerntet. Bevor der Reis in der Mühle verarbeitet werden kann, müssen die Körner noch so lange trocknen, bis sie nur noch 14 Prozent Feuchtigkeit enthalten. In mehreren Schritten entstehen dann Vollkornreis, Reismehl und eben der schöne, weiße Risotto Reis.