Herkunft und Anbau

Die Heimat der Sojabohne ist Asien. In Europa sind die Bohnen seit dem 17. Jahrhundert bekannt und wurden im Jahr 1872 in Österreich zum ersten Mal für die Pflanzenzucht bearbeitet. Sojabohnen werden mittlerweile auf sechs Prozent der weltweiten Landwirtschaftsnutzfläche angebaut. Die meisten Anbauflächen gib es in Südostasien, Indien, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Russland.

Form und Aussehen

Sojabohnen reihen sich in die Riege der Hülsenfrüchte ein und gehören damit zu den Schmetterlingsblütlern. Sie wachsen an buschartigen Pflanzen. Ihre Hülsen sind behaart und zwei bis zehn Zentimeter lang. In den Hülsen wachsen jeweils bis zu fünf Bohnen. Die Bohnen können je nach Sorte braun, grün, rot oder cremefarben sein und ihre Form variiert zwischen klein und rund sowie gewölbt und länglich.

Nährwerte von Sojabohnen - was ist drin?

Im Hinblick auf ihre Nährwerte sind Sojabohnen echte Überflieger. Sie enthalten eine beeindruckende Vielfalt an Vitaminen sowie Grundnährstoffen und sind sehr gesund. Mit beeindruckenden 48 % vollwertigem Eiweiß hat die Sojabohne sogar mehr Protein als Kohlenhydrate. Aber das war's noch nicht: Sojabohnen enthalten zudem Vitamin-B, Magnesium, viele ungesättigte Fettsäuren - darunter Omega-3-Fettsäuren und eine ganze Menge an Ballaststoffen. Bereits 150 g Sojabohnen decken die empfohlene Mindestmenge an Ballaststoffen zu 60 %. Gleichzeitig enthalten sie von Natur aus kein Cholesterin.

Verwendung im Alltag

Sojabohnen sind die Basis für viele Lebensmittel, zum Beispiel Tofu, Sojamilch, Sojamehl und vielen weiteren Produkten. Aus Sojamehl lassen sich beispielsweise glutenfreie Sojanudeln herstellen.

Sojamilch, oder genauer Sojadrink, wird aus getrockneten gelben Sojabohnen hergestellt. Sie dient für laktoseintolerante Menschen als Kuhmilchersatz. Aber auch Vegetarier und Veganer kommen dank der Wunderbohne auf ihre Kosten.

Aus gemahlenen Sojabohnen wird zum Beispiel Sojafleisch in Form von Sojaflocken hergestellt. Auch Tofu ist ein beliebter Fleischersatz. Hierfür werden weiße Sojabohnen zu Sojamilch verarbeitet. Diese wird dann mit Gerinnungsmitteln versetzt, sodass die Milch ausflockt. Der entstandene Quark wird dann entwässert und zu Blöcken gepresst.



Ein großer Teil der weltweiten Sojabohnenernte dient der Weiterverarbeitung zu Öl. Dieses lässt sich in der kalten Küche oder als Kraftstoff einsetzen.

Um Sojasauce herzustellen, werden gekochte Sojabohnen mit gerösteten und geschroteten Weizenkörnern, Wasser und Meersalz fermentiert und pasteurisiert.

Für Tempeh werden Sojabohnen geschält, gekocht, mit Schimmelpilzen geimpft und dann in Folie ausgereift. Das Ergebnis ist eine Art Brot aus Sojabohnen, das auch gebraten, frittiert und gekocht werden kann.

Miso ist eine Sojabohnenpaste, die aus gegorenen Sojabohnen, Kochsalz und Getreide hergestellt wird und mit der sich so ziemlich alles würzen lässt, was Würze nötig hat. Und eines ist sicher: Diese Paste hat es in sich!

Einkauf, Lagerung und Zubereitung von Sojabohnen

Getrocknete Sojabohnen sind das ganze Jahr über auf dem Markt zu bekommen und halten trocken und kühl gelagert ein bis zwei Jahre. Frische Bohnen lassen sich in Asia-Läden aufspüren. Diese halten sich dann im Kühlschrank 2-3 Tage.
Sojabohnen müssen gekocht werden, da sie roh nicht genießbar sind. Vor dem Kochen sollten sie für einige Stunden in Wasser eingeweicht werden. Die aufgequollenen Sojabohnen werden dann abgespült und in einem großen Topf unter Rühren aufgekocht. Dann brauchen die Bohnen zugedeckt etwa eine Stunde auf niedriger Hitze, um weich zu werden.
Wie bei anderen Hülsenfrüchten gilt auch bei Sojabohnen: Erst nach dem Kochen salzen, sonst werden sie nicht weich.

Was macht Sojabohnen so besonders?

Stichwort: Proteinlieferant. Sojabohnen haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Hülsenfrüchten: Sie enthalten Sojaprotein, das eines der wenigen vollwertigen pflanzlichen Eiweiße ist und 39 % Aminosäuren enthält. Und Sojabohnen haben noch ein beeindruckendes Alleinstellungsmerkmal: Sie sind das einzige Gemüse, das mehr Protein als Kohlenhydrate enthält.

Wissenswertes und Tipps

  • Manche Menschen reagieren allergisch auf Soja. Zum Beispiel gilt für Birkenallergiker höchste Vorsicht, da es durch das Sojaeiweiß zu einer Kreuzallergie kommen kann. Auch Menschen mit Gicht sollten bei Sojaprodukten eher vorsichtig sein.
  • Wer sicher sein möchte, dass Sojabohnen ohne genmanipulierte Samen angebaut wurden, greift zu Bio-Herstellern.
  • Viele kennen Sojabohnen unter dem Namen Edamame (Japanisch für Sojabohnen). In asiatischen Restaurants sind diese ein beliebter Snack. Hierzu werden junge, vor der Reife gepflückte Sojabohnen mit viel Salz gedämpft oder gekocht.