Geschichte & Kultur von Reis

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Der Ursprung vom Reis

Von Asien nach Europa

Während der Reis in Europa und Amerika eine vergleichsweise junge Tradition hat, wird er in Afrika und Asien schon seit Jahrtausenden kultiviert.

Der Beginn der Reiskultivierung liegt mehrere tausend Jahre zurück: Seinen Ursprung hat er irgendwo zwischen Südchina und dem östlichen Teil des alten Indiens, zwischen Assam und Burma. Ausgrabungen von Reiskörnern und Spelzen im Yangtze-Delta im Süden Chinas gehen auf das Jahr 5000 vor Christus zurück. Funde in Thailand stammen etwa von 3500 vor Christus. In Indien hat man bislang die heutige Kulturform des Reises erst ab 1500 vor Christus nachweisen können.

Noch heute liegen die größten Reisanbaugebiete der Welt in Asien: Vor allem sind Indien, China und Thailand für den Export der kleinen Körner verantwortlich. Die Verbreitung vom Reis in die restliche Welt fand über Ägypten statt und bereits um 400 vor Christus wurde Reis auch im Iran und Irak angebaut. 

Reisanbau in Europa

Seit dem 10. Jahrhundert wird Reis auch in Spanien kultiviert, ab dem 15. Jahrhundert in der Po-Ebene im italienischen Piemont und ab dem 17. Jahrhundert auch in den USA.

Bis heute ist Italien der größte Reisproduzent Europas. Überwiegend wird dort der für ein perfektes Risotto notwendige Risotto Reis angebaut, aber auch andere Sorten werden dort kultiviert. Auch in Frankreich, in der Camargue, wird Reis angebaut. Von dort kommt beispielsweise Roter Reis.

Heutzutage gehört Reis zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln der Welt und jährlich werden weltweit mehr als 600 Millionen Tonnen Reis geerntet – Tendenz steigend.

Globale Reiskultur

In zahlreichen Ländern hat der Reis auch eine zentrale kulturelle Bedeutung.

Asiatische Traditionen

In Indien beispielsweise isst ein Säugling im Rahmen einer festlichen Zeremonie zum ersten Mal im Alter von sechs Monaten gekochten Reis. Dieses Ritual symbolisiert den Eintritt in die Welt der Erwachsenen. In Indien steht Reis außerdem für Fruchtbarkeit, Wachstum und Reinheit. Auch als Opfergabe im Tempel wird Reis in Indien verwendet.

In Korea gibt es eine spezielle Zeremonie, bei der vor einem Kind ein Tisch mit verschiedenen Objekten aufgebaut wird, unter ihnen befindet sich eine Schüssel reis. Das Kind darf einen Gegenstand wählen: Nimmt es den Reis, so ist es ein Symbol für Reichtum im Erwachsenenalter. In einigen Regionen Asiens wird Reis bis heute als Währung eingesetzt, zum Beispiel um die Miete zu bezahlen.

Fun Fact: In Thailand und Bangladesch ist es üblich, jemand mit den Worten „Haben Sie heute schon Reis gegessen?“ zu begrüßen.

Europäische Traditionen

Auch in Deutschland gibt es ein berühmtes Ritual mit Reis: Nach der Trauung wird das Brautpaar mit Reiskörnern beworfen. Genau wie in Asien steht der Reis auch in Deutschland für eine glückliche und kinderreiche Zukunft.

Afrikanische Traditionen

Auf dem afrikanischen Kontinent hat sich über 3500 Jahre lang der „Oryza Glabberima“ unabhängig vom asiatischen Reis entwickelt, seit 500 Jahren etwa wird aber auch der asiatische Reis in Afrika kultiviert. Reis ist eine wichtige Zutat in den unterschiedlichen Küchen des afrikanischen Kontinents und bildet die Basis zahlreicher Gerichte.

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