Wir kennen ein Mädchen, lange schon, und das heißt Zehra. Zehra liebt Cig Köfte. Seit ihrer Kindheit ist die vegetarische Variante der länglichen, türkischen Bulette ihr absolutes Lieblingsgericht. Ihre Mutter servierte die mit Bulgur hergestellten Köfte auf Kopfsalat-Blättern und mit einer guten Menge Paprikamark, das für eine ordentliche Würze sorgte. Doch irgendwann bekam Zehra nach dem Genuss der Cig Köfte unangenehme Bauchschmerzen. Der Gang zum Arzt brachte schnell Klarheit: Zehra litt an einer leichten Form von Glutenunverträglichkeit.

Länger satt mit Bulgur

Denn Bulgur ist ein Produkt aus gedämpftem Hartweizengrieß. Weil der Grieß bereits durch den Dampf vorgegart ist, dauert die Zubereitung nicht mehr lange. Außerdem bleiben durch die schonende Herstellung eine Menge Nährstoffe und Vitamine erhalten. Bulgur besitzt viele Ballaststoffe und sorgt damit für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl – und ist deshalb auch während der Diät absolut zu empfehlen.

In der Türkei und im vorderen Orient seit jeher Bestandteil jeder vernünftigen Mahlzeit, etabliert sich das geschrotete Weizenkorn auch hierzulande immer mehr. Doch der Weizen enthält selbstverständlich Gluten.

Quinoa – das super Superfood

Zehras Lieblingsgericht wurde zum Tabu. Also mussten Alternativen her. Und wer in diesen Tagen nach Getreide-Alternativen sucht, kommt nicht am Pseudogetreide und Superkorn Quinoa vorbei. Das proteinhaltige Superfood kommt aus Süd- und Mittelamerika und wurde schon von Inka, Maya und Azteken domestiziert und angebaut. Beliebt ist Quinoa besonders als fleischloser Eiweiß- und Proteinlieferant, denn nur wenige andere vegane Lebensmittel können einen derart großen Proteingehalt nachweisen. Darüber hinaus besitzt es im Vergleich zu herkömmlichen Getreidesorten besonders viel Magnesium, Zink, Eisen und Selen und beinhaltet alle essenziellen Aminosäuren, sprich alle Aminosäuren, die nicht vom Körper selbst hergestellt werden können, sondern über die Nahrung zugeführt werden müssen.

Eine Frage des guten Geschmacks

Glücklicherweise fand sich schnell ein Cig Köfte-Rezept, das Bulgur mit Quinoa ersetzte. Zehra muss also doch nicht auf ihre Lieblingsspeise verzichten. Und auch wenn sich Traditionalisten jetzt lieber die Ohren zuhalten sollten, gesünder ist die Quinoa-Variante zudem auch noch.

Quinoa hat zwar weniger Kohlenhydrate, aber bei Mineralien wie Magnesium, Zink und Eisen ist es klar im Vorteil. Selbstverständlich ist aber auch rein gar nix gegen Bulgur zu sagen. Denn ungesund ist auch die klassische türkische Beilage nicht. Im Vergleich zu Bulgur hat das Inkakorn zwar die Nase vorn, wer aber lieber Bulgur auf dem Teller hat, kann das mit gutem Gewissen auch weiterhin tun. Abgesehen von einer möglichen Glutenunverträglichkeit bleibt es am Ende deshalb vor allem eine Geschmacksfrage.

Und Zehra? Geht es wieder richtig gut. Für sie wie für andere gilt: Wer eine Glutenunverträglichkeit hat, kann Bulgur einfach durch Quinoa austauschen – ganz ohne Bauchschmerzen.