Eine ayurvedisch ausgerichtete Lebensweise betrachtet den Menschen ganzheitlich und soll dazu beitragen, dass sich die Menschen gesünder, vitaler, erfrischter und leistungsfähiger fühlen. Die ayurvedische Kochkunst wird daher oft auch als „Nahrung für Leib und Seele“ bezeichnet.

Ayurvedisches Menü

Ein vollständig ayurvedisches Menü kann mit einem Musikstück verglichen werden. Zutaten, Geschmack, Farbe, Konsistenz und Zubereitungsart sind dabei perfekt aufeinander abgestimmt und harmonieren sich so gegenseitig. Es sollte zudem alle notwendigen „Bausteine des Lebens“, wie Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten und in Einklang mit den persönlichen Bedürfnissen zubereitet werden. Besonderen Stellenwert wird den sechs Geschmacksrichtungen beigemessen, welche nach ayurvedischer Auffassung die Klangfarben der Nahrungsmittel darstellen und zusammen eine Symphonie ergeben. Ein ayurvedisches Menü lebt demnach von der Kunst der Komposition und ist immer ausgewogen und vollwertig.

Die sechs Geschmacksrichtungen

Jede der sechs Geschmacksrichtungen hat eine eigene Wirkung und Bedeutung für die Verdauung und das Wohlbefinden und es sollte darauf geachtet werden, dass alle sechs Geschmacksrichtungen in einer Mahlzeit enthalten sind. Wenn dies einmal nicht klappt, sollte zumindest versucht werden sie über den Tag verteilt mit der Nahrung aufzunehmen.

Süß: Reis, Süßkartoffeln, Getreide, Fladenbrot oder Süßspeisen beruhigen und regen die Bauchspeicheldrüse an.

Sauer: Saure Geschmacksrichtungen wie beispielsweise in Joghurt, Zitrone, Lassi oder Essig wirken zufriedenstellend, stärken die Speichelproduktion und kräftigen die Magendrüsen.

Salzig: Alle Salzarten stabilisieren und wirken appetitanregend.

Scharf: Scharfe Gewürze, Kräuter oder Salate erzeugen innere Wärme und wirken dadurch reinigend und regen den Stoffwechsel an.

Bitter: Gemüse, Salate, Gewürze oder Kräuter beleben, reinigen und stimulieren Leber und Galle.

Herb: Dhals, Hülsenfrüchte, Auberginen, Spargel, Broccoli oder Spinat sind als herbe Geschmäcker dafür geeignet, die Schleimhäute zu beruhigen und trocknend und belebend zu wirken.

Komponenten eines ayurvedischen Menüs

Im Mittelpunkt jedes vollwertigen und vollständigen ayurvedischen Menüs stehen Grundnahrungsmittel wie Reis und Getreide oder Teigwaren wie Nudeln. Drum herum sollten die verschiedenen Komponenten gruppiert werden, beispielsweise:

In Ghee oder Pflanzenöl angebratenes und schonend zubereitetes Gemüse in jeglichen Farben und Varianten für die Zunahme von Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen und Fetten.

Pürees aus Hülsenfrüchten, sogenannte Dhals, als Haupteiweißlieferanten.

Fladenbrote, Chapatis oder Puris als nahrhafte und stärkende Ergänzung zu Reis und Gemüse und für die Zunahme von Kohlenhydraten, Ballaststoffen und B-Vitaminen.

Lassi (salzig, süßes, liebliches oder scharfes Joghurtgetränk) und andere Getränke wie Obst- und Gemüsesäfte oder Kräutertees als Eiweiß-, Vitamin-, und Mineralstofflieferant.

Süß-scharfe Chutneys und Dips als besonders erfrischende Zutat in herzhaften Gerichten.

Salate und Rohkost mit frischen Kräutern oder Gewürzen zur Versorgung mit Ballaststoffen und Vitaminen.

Frisches Obst rundet jedes ayurvedische Menü als Vorspeise oder Dessert ab und sorgen für die ideale Portion an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen.