Seit rund 10000 Jahren gehören die nahrhaften Hülsenfrüchte auf den Speiseplan von Gesellschaften in ganz unterschiedlichen Ländern. Sie kommen weltweit vor und aufgrund unterschiedlicher klimatischer haben die einzelnen Sorten auch verschiedene Ansprüche an die Kulturbedingungen.

Anbau von Hülsenfrüchten in Deutschland

E gibt auch Sorten, die in Deutschland angebaut werden. Dazu gehören vor allem die Linsen. Der Anbau von kommerziellen Hülsenfrüchten hat in Deutschland allerdings nur eine geringe Bedeutung und nur kleinere Betriebe bauen hierzulande noch selber an.

Hülsenfrüchte für den eigenen Anbau

Wer einen schönen großen Garten hat, der kann tatsächlich auch Hülsenfrüchte selber anbauen. Besonders Bohnen und Erbsen eignen sich für die Kultivierung im eigenen Garten. Allerdings sei dazu gesagt, dass man diese dann am besten als frische, knackige Hülsenfrüchte verzehrt und auf den aufwendigen Prozess der Trocknung verzichtet. Wer Hülsenfrüchte im heimischen Garten anbauen möchte, der muss sie regelmäßig pflegen, gießen und darauf achten, dass sie sonnig und gut belüftet stehen, aber gleichzeitig keinen Zug abbekommen. Da sind die dann empfindlich. Beim Anbau von Hülsenfrüchten ist es auch ratsam, ihnen eine Rankhilfe bei Seite zu stellen, damit sie stabil stehen und sich „festhalten“ können. Stangenbohnen zum Beispiel brauchen eine Rankhilfe, wohingegen Buschbohnen aufgrund ihrer geringen Höhe von rund 50 Zentimetern keine Stütze benötigen.

Anbau von Hülsenfrüchten weltweit

Hülsenfrüchte werden nicht nur in Europa angebaut. Vor allem in Nordamerika werden Linsen kultiviert, in Südamerika verschiedenen Bohnensorten und in den asiatischen Ländern werden unter anderem Mungbohnen gezüchtet. Mittlerweile ist es so, dass zahlreiche Produzenten auch in China, der Türkei und anderen Ländern biologisch und nachhaltig ihre Hülsenfrüchte an. Hülsenfrüchte sind in sogenannten Entwicklungsländern nicht nur ein wichtiges Grundnahrungsmittel, sondern oft auch wichtiges Exportgut, dass vielen Familien und Bauern ein Einkommen sichert.

In Deutschland isst jeder ungefähr 1,2 Kilogramm Hülsenfrüchte im Jahr, doch nur 10 Prozent stammen aus hiesigem Anbau. 90 Prozent der hier verzehrten Hülsenfrüchte stammen also aus Spanien, China. Vorderasien und Afrika. Es werden rund 150 Millionen Tonnen Hülsenfrüchte weltweit jedes Jahr produziert.

Hülsenfrüchte sind aufgrund ihrer Stickstoff-Fixierung bei vielen Bauern sehr beliebt, denn sie eignen sich auch sehr gut als Vorkultur, wenn danach auf dem selben Land zum Beispiel Getreide angebaut werden soll. Durch die Symbiose mit den in den Hülsenfrüchten enthaltenen Knöllchenbakterien können Hülsenfrüchte den Boden sehr gut mit Stickstoff anreichern. Dieser steht dann anderen Pflanzen zur Verfügung. Viele Hülsenfrüchte mögen es gerne warm, um nicht zu sagen heiß. Schon allein deshalb können einige Sorten gar nicht in Deutschland oder nördlichen Ländern angebaut werden.

Nach der Ernte, die in vielen Ländern noch per Hand erfolgt, werden die Hülsenfrüchte dann sorgfältig sortiert, gereinigt und dann getrocknet.

Grünpflücke und Trockenernte

Bei der Ernte von Hülsenfrüchten wird zwischen der Grünernte und der Trockenernte unterschieden. Die Grünernte wird durchgeführt, sobald die sortentypische Größe der Hülsenfrüchte erreicht wurde und die Samen die sie umschließende Hülle etwas bauchig auseinander gedrückt haben. Hülsenfrüchte die in der Grünpflücke geerntet werden, gelangen als Frischgemüse zum Beispiel auf dem Wochenmarkt zum Endverbraucher. Da sind vor allem Buschbohnen, Zuckerschoten und grüne Bohnen. Viele Hülsenfrüchte werden allerdings getrocknet verkauft. Dazu gehören auch Kichererbsen, Bohnen und Linsen. Diese werden geerntet und müssen dann getrocknet werden. Manchmal geschieht dies, wie auch mit einigen Reissorten, noch auf dem Feld. Sonne kann den Hülsenfrüchte dann überschüssiges Wasser entziehen. Es gibt aber auch Anlagen, in denen die Hülsenfrüchte getrocknet werden können.