Jana

Seit guten drei Monaten arbeite ich nun bei Reishunger im Marketing. Ich schreibe Texte, produziere Bilder, entwickle Strategien. Ich habe also tagtäglich mit der Brand Reishunger zu tun und kommuniziere der Außenwelt, was unsere Ziele mit Reishunger sind. All diese Infos habe ich von Mitarbeitern erfahren oder mir aus den Kommunikationsguidelines erschlossen. Als ich jedoch kurzfristig die Gelegenheit bekam mit einem der Gründer über die Hintergründe zu sprechen, habe ich direkt die Chance auf ein ausführliches Interview gewittert. Echte Insights aus erster Hand zu bekommen, das lasse ich mir nicht nehmen.

Jan: Erstmal super, dass du dir so spontan die Zeit nehmen konntest Sohrab. Wie geht’s dir? Was macht das Business?

Sohrab: Alles gut, alles gut. Ich danke dir. Noch bin ich entspannt von meinem Urlaub in Griechenland. Weihnachten steht für uns aber schon näher vor der Tür, als es vielleicht manch einer glauben mag. Die Vorbereitungen laufen.

Jan: Sehr cool, braun gebrannt bist du auch noch. Was erwartet uns Weihnachten denn Schönes?

Sohrab: Dafür ist es noch zu früh, aber ich kann so viel verraten, es wird ziemlich coole Schachteln geben, die man täglich öffnen darf.

Jan: Klingt spannend. Dann mal von der Zukunft in die Vergangenheit. Mich persönlich, gerade als neuer Mitarbeiter bei Reishunger, interessiert es nun, wie man als Student des Wirtschaftsingenieurwesens darauf kommt eine Reismarke aufbauen zu wollen.

Sohrab: Nun gut, das Studium an sich hat mich und meinen Partner Torben Buttjer schon sehr gut darauf vorbereitet, was es bedeutet, Produktionsanlagen zu bauen, wie Projektmanagement geht und was im Marketing relevante Themen sind. Dennoch war uns als aller Erstes nur eins klar. Wir wollen gründen. Vorlesungen sind hin und wieder langweilig und Torben und ich nutzten die Zeit lieber, um uns verschiedenste Geschäftsmodelle auszudenken.

Jan: Okay, was war die wildeste Idee?

Sohrab: Naja, was heißt wild. Wir haben schon ernsthaft über Möglichkeiten nachgedacht und sind bei einem Milkshake to Go in sehr guter Qualität hängengeblieben. Die Idee wurde dann jedoch nach einigen Tagen des Denkens verworfen, da wir feststellen mussten, dass es für uns, gerade zu Beginn und ohne Vorerfahrungen, zu aufwendig wäre, die gesamte Kühlkette einhalten zu können. Das Thema ist einfach zu komplex gewesen.

Jan: Also nun Reis. Wie kam es dann dazu?

Sohrab: An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an die Mensa unserer Uni. Reis habt ihr nicht so drauf und wir wurden dadurch inspiriert. Fairerweise muss ich sagen, dass das Essen in unserer Mensa schon sehr hochwertig war, aber natürlich kann man kein Gourmetmenu erwarten. Torben fragte mich damals, was es denn im Iran gibt, was es hier in Deutschland nicht gibt. Dazu muss ich sagen, dass meine Eltern aus dem Iran stammen und ich dadurch natürlich auch mit der iranischen Kultur aufgewachsen bin. Ich habe Torben scherzhaft zugeworfen, dass es hier keinen Reis gibt, der schmeckt. Vor mir stand nämlich Hühnerfrikassee mit Reis, naja, eher Pappe, der als Reis durchgehen sollte. So kamen wir dann auf Reis.

Jan: Reishunger wurde also auf Basis einer scherzhaften Antwort deinerseits gegründet?

Sohrab: Quasi ja. Nein mal im Ernst, wir haben beide nach meiner Antwort kurz innegehalten und mussten dann feststellen, dass die Antwort gar nicht so dumm war. Wir haben großes Potential gesehen und haben uns wenig später an den Businessplan und die Umsetzung gemacht.

Jan: Wie kann ich mir das vorstellen? Woher habt ihr denn das Wissen über gute Reisqualität bekommen und wie wurden eure Reisbauern gefunden?

Sohrab: Probieren geht über studieren heißt es doch im Volksmund. Letztendlich war es so. Wir haben ohne Ende zu dem Thema gelesen, unzählige Reissorten verschiedenster Bauern probiert und ganz ganz viele Gespräche geführt. Eines war uns klar, uns kommt nur Reis in die Tüte, der sortenrein und qualitativ sehr hochwertig ist. Außerdem waren die guten Anbaubedingungen und der direkte Bezug von den Reisbauern für uns wichtig. Mit dieser Strategie umgehen wir den Zwischenhandel und können garantieren, dass der gesamte Erlös für den Lieferanten bleibt.

Jan: Klingt nach einer fairen Angelegenheit. Und wie viel Zeit verging von der Idee bis zur ersten Reistüte?

Sohrab: Das ging relativ fix. Mitte 2010 hatten Torben und ich das Gespräch in der Mensa und im Januar 2011 saßen wir in einer leeren 400m² Halle, die startklar für das Unternehmen Reishunger war.

Jan: „Reishunger“ – Weshalb dieser Name und was wollt ihr damit bezwecken?

Sohrab: Letztendlich wollen wir, dass die Leute Bock auf Reis haben. Reisbock klang nicht so schön, und Hunger verkörpert auch genau das, was wir wollen. Unser Ziel ist es, dass in Deutschland mehr Reis gegessen wird. Tatsächlich ist es erstmal egal, ob er von uns stammt oder nicht. Wir können nicht verstehen, dass das sortenreichste Grundnahrungsmittel der Welt hierzulande mit so vielen Vorurteilen behaftet ist. Brot, Pasta und natürlich Kartoffeln sind als Kohlenhydratquelle akzeptiert, aber Reis findet kaum statt.

Jan: Egal welcher Reis sagst du?

Sohrab: Naja, natürlich wäre es am Ende des Tages schön, wenn Reishunger Reis verzehrt wird. So würden wir nämlich auch wissen, dass die Menschen guten Reis konsumieren. Das ist nämlich eine weitere Botschaft, die uns wichtig ist. Es muss mehr guter Reis gegessen werden.

Jan: Alles klar. Mich überzeugst du hier gerade (lacht). Wobei ich gestehen muss, dass ich vor meiner Arbeit hier bei Reishunger Reis tatsächlich auch nicht wirklich auf dem Zettel hatte.

Sohrab: Eben drum, Reis findet in den Köpfen nur als pappige und salzige Masse statt, die völlig witzlos ist oder ständig anbrennt. Alles Quatsch, unserer Meinung nach. Reis kann so viel mehr und seit unserer Gründung versuchen wir diesen Gedanken zu verbreiten und arbeiten eben mit großer Leidenschaft daran.

Jan: Das merkt man wirklich und kann ich auch nur bestätigen, wenn ich mich hier so umschaue.

Letzte Frage, damit wir auch weiter an unserer Mission arbeiten können. Deine Leibspeise mit Reis?

Sohrab: (lacht) Das fragst du noch? Hat dir noch keiner hier von meinem Lieblingsrezept „Reis Schranke“ erzählt?

Jan: Ähm nein, kläre mich auf.

Sohrab: Ich liebe Currywurst mit Basmati Reis. Kein Witz. Ich habe die Pommes einfach durch Reis ersetzt und muss sagen, rockt! Aber auch privat nutze ich das Online-Rezeptbuch unserer Homepage, da wir so viele tolle Rezeptpartner haben, die uns mit den kreativsten Ideen rund um das Thema Reis versorgen. Ich finde da eigentlich immer was.

Jan: Sohrab, ich danke dir für deine Zeit und das Gespräch.

Jana
LebensVerliebt & FoodVerrückt

Kommentare

K

Coole Geschichte. Ich muss sagen, ich bin auch erst durch das Magenta Angebot auf euch und überhaupt aufmerksam geworden und gleich eine Probierbox bestellt. Nun gibt es bei uns 2x die Woche Reis (davor eher 2x im Jahr) und ich muss sagen mit den Rezepten macht das echt Spaß und alles schmeckt super! Ich freue mich auf noch mehr Sorten und fertige Kreationn. Liebe Grüße!

D

Ich kannte Parboiled, Michreis, Basmati und - immerhin - Carmargue Reis. Und jetzt ist die Ganze Vielfalt in den Haushalt eingekehrt. Und es gibt immer noch Neues zu entdecken. Vielen, vielen Dank! Es ist unglaublich aufregend, Teil der Reishungrigen zu sein! Bleibt neugierig - und hungrig!