Jana

Was macht ein Spanier jeden Mittag? Richtig, Siesta. Und was macht er davor? Genau, Paella. Und wie nennt man einen Spanier, der sein Auto verloren hat? Exakt, Carlos. Gott sei Dank ist das nicht bei „unserem Carlos“ der Fall. Denn statt Autos zu verlieren, zeigt er uns und ganz Bremen, wie das spanische Lebensgefühl auch in Norddeutschland genossen werden kann!

Spanien, wo bist du?

Eine Sehnsucht, die der Valencianer Carlos Martinez schon während seines ersten Jahres in Deutschland verspürt hat. Denn als er für sein Studium nach Deutschland gekommen ist, vermisste er eigentlich sofort einen Ort, um die Bücher auch mal gegen das spanische Lebensgefühl einzutauschen. Fündig geworden ist er nicht.

Ein riesen Glück, denn dadurch wuchs der Wunsch nach einer eigenen Bar! Eine Bar in der es, so war es von Anfang an Carlos´ Idee, nicht nur leckere authentische Tapas zu fruchtiger Sangria gibt. Nein, vielmehr wollte er einen Ort schaffen, an dem es sich wie „nach Hause kommen“ anfühlt. An dem es auch mal laut und bunt ist. An dem Live-Musik gespielt, Flamenco getanzt und die Hüften zu Salsa-Rhythmen geschwungen werden. Ein Ort, den man gerne besucht, wenn man sich urlaubsreif fühlt und auch ohne Flug eine Auszeit vom Alltag genießen möchte.

Gesucht, nicht gefunden, selbst gemacht!

Genau das war die Vision von „Muchos Más“. So heißt Carlos´ Bar, in der nun tatsächlich (und endlich) seit Oktober 2016 ein Stück Spanien auch in Bremen lebt. Und ich kann nur bestätigen: es fühlt sich wirklich so an, als wenn man einen Abend bei Freunden mitten in Valencia verbringt. Während man seine Tapas und Montaditos genießt, dazu ein Glas Sangria schlürft, einem spanischen Plausch zwischen den Mitarbeitern lauscht und dabei das detailverliebte, original spanische Interieur bewundert, vergisst man einfach, dass man nur wenige Meter von der Weser entfernt sitzt – und nicht am Iberischen Meer.

Paella-Pannen und Opas Einflüsse

„Muchos Más“ bedeutet übrigens „viel mehr“. Und dass der Name Programm ist, zeigen die lebendigen Events, die Carlos und sein Team auf die Beine stellen. Mir ist da ganz besonders die letzte Paella Party im Kopf geblieben. Ein Abend, an dem Carlos sich an das Familienrezept seines Opas gewagt hat. Hier sprechen wir nicht von dem 4-Personen-Pfännchen aus unserer Paella Box - nein eine riesige Paellera für 60 reishungrige Gäste wurde gefüllt. Was glaubt ihr, wie viel von unserem Bomba Reis dabei in die Pfanne gewandert ist?

Als dann die fertige „Paella Valenciana“ anmutig vor den Gästen stand, habe ich Carlos beklatscht und gefeiert. Er lachte nur und hat mir verraten, dass er so einige Anläufe brauchte, bis die Paella überhaupt genießbar war. Dabei sprach er voller Bewunderung von seinem Opa, der für das perfekte Ergebnis nie ein Rezept brauchte. Vielmehr stand er blind vor der Pfanne, um sie nach Gefühl zu füllen und damit das ganze Dorf kulinarisch zu verwöhnen.

Psst ...! 3 geheime Paella Tipps vom spanischen Opa

Natürlich musste ich die Gunst der Stunde nutzen, um ein paar Paella-Familienüberlieferungen abzusahnen. Tatsächlich hat Carlos mir drei absolute Experten Tipps verraten, die ich aufgesogen habe wie der Paella Reis das Wasser:

1. Paprikapulver braucht Tempo

Neben Safran gehört auch edelsüßes Paprikapulver zu den Hauptgewürzen der Reispfanne. Seid auf der Hut, wenn das Paprikapulver in die Pfanne wandert. Denn es brennt schnell an und die Paella schmeckt nicht mehr. Carlos empfiehlt schnelles Rühren und die flotte Zugabe von Wasser. Rápido, rápido!

2. Es darf ruhig salzig sein

Die Brühe bzw. der Fond, der nach dem Anbraten der Zutaten in die Paellera wandert, kann gerne ein bisschen salziger sein, da der Bomba Reis das Salz gut aufsaugt und das Aroma dadurch perfekt ausgleicht. Verliebte Köche sind an der Paella Pfanne also herzlich willkommen!

3. So entsteht das wahre Aroma

Carlos beschreibt, dass viele Leute nach dem scharfen Anbraten des Fleisches die Haut vom Pfannenboden abkratzen, da sie Angst haben, das Aroma der Paella dadurch zu verderben. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: es verleiht der spanischen Reispfanne genau den Geschmack, den sie braucht! Carlos verrät auch, dass sich die Haut des Fleisches nach der Beigabe von Tomaten, bedingt durch deren Säureanteil, ganz von alleine löst. Also bitte mehr genießen und weniger kratzen!

Wenn Oma es sagt…nur Bomba!

Zum Schluss freue ich mich natürlich sehr über das Loblied, das Carlos mit seinem spanischen Akzent über unseren Bomba Reis singt. Er kocht seine Paella nur mit dieser Reissorte - dem Original aus Valencia. Nach seiner Aussage der einzige Reis, der den kompletten Geschmack der Paella aufnimmt. Und noch wichtiger: es ist der Reis, den seine Großeltern immer benutzt haben und dann muss es der Richtige sein!

Übrigens: es waren bombastische 6 kg, die in die Paellera gewandert sind. Es müssen ja nicht gleich zweimal unsere 3kg Säcke sein, aber wenn ihr auch mal Lust auf eine richtig traditionelle Paella habt, könnt ihr Carlos und sein Team sogar für die nächste Garten-, Firmen- oder Geburtstagsfeier buchen. Denn er kocht nicht nur im Muchos Más voller Leidenschaft, sondern überall, wo Spanien mal kurz „hier sein“ soll.

Guten Reishunger! Eure Jana

Jana
LebensVerliebt & FoodVerrückt

Kommentare

P

Realmente el mejor arroz que he tomado en Bremen. Lo recomiendo