Meike Große Hundrup

Sushi und Onigiri kennt wohl jeder. Aber es gibt ein Reisgericht, das in Japan noch wesentlich beliebter ist als diese Klassiker: Donburi!

Was ist Donburi?

Donburi ist ein Sammelbegriff für eine vielseitige Auswahl an japanischen Reisgerichten, bei denen sich jeweils das Topping unterscheidet. Der Wortteil „Don“ nimmt dabei Bezug auf die Schüssel voller Reis. Vorangestellt wird der Begriff für die Auflage: Zum Beispiel Katsu-don besteht aus Tonkatsu (frittiertes Schweineschnitzel – Katsu) auf Reis (Don).

Zurück gehen Donburi-Speisen auf die Edo-Zeit (1603-1868), in der diese zeit- und geldsparenden Gerichte bei insbesondere Handwerkern sehr beliebt waren. Daher ist es nur natürlich, dass auch heute diese Reisgerichte noch sehr begehrt sind und wegen ihrer unkomplizierten Zubereitung fast täglich gegessen werden. An vielen Straßenecken Japans findet sich mindestens ein Donburi-Restaurant, das von einem der vielen Fast-Food-Ketten betrieben wird. Dort wird am Automaten direkt bestellt und bezahlt. Das Essen steht in Windeseile auf dem Tisch. Daher ist Donburi auch heutzutage ein sehr beliebtes Mittagessen bei den vielen Büroangestellten und Studenten der japanischen Großstädte.

Allerdings sind Donburi-Gerichte nicht mit einem einfachen Fast-Food-Menü zu vergleichen. Es ist trotz der schnellen Zubereitung voller Nährstoffe, die durch den frischen Reis, die vielen Eiweiße des Toppings und der kräftigen Soßen geliefert werden. Außerdem stellt ein Donburi jeden Esser zufrieden – es wird nicht umsonst als Essen für die Seele bezeichnet!

Doch neben der Außerhaus-Möglichkeit werden diese Reisgerichte auch oft in japanischen Familien selbst zubereitet – es geht schnell, ist gesund und macht ordentlich satt. Besonders beliebt sind hierbei die Varianten Gyudon (mit Rindfleisch), Tendon (mit Tempura) und vegetarische Alternativen wie Niratama Donburi (mit Ei und Lauch).

Auch wenn dies nur eine kleine Auswahl der vielen Möglichkeiten ist, solltest du diese Gerichte kennenlernen und unbedingt selbst ausprobieren!

Gyudon (mit Rindfleisch)

Gyudon ist wohl das beliebteste Rezept unter den Donburi-Gerichten. Dabei wird hauchdünn geschnittenes Rindfleisch (auch als Gyuniku bekannt) zusammen mit Zwiebeln in einer auf Dashi und Sojasoße basierten Brühe gegart. Damit wird das Fleisch herzhaft-süß und passt perfekt zu den butterzarten Zwiebeln. Garniert wird das Gericht mit grünen Frühlingszwiebeln, eingelegtem Ingwer und – typisch japanisch – mit einem halbrohen Ei (wird auch als Onsen Tamago bezeichnet). Als Beilagen werden – wie zu allen Donburi-Speisen – gerne ein kleiner, frischer Salat und eine Miso-Suppe gereicht.

Tendon (mit Tempura)

Als Tendon wird ein Gericht bezeichnet, bei dem auf den Reis goldbraun, knusprig frittierte Beilagen (Tempura) drapiert werden. Frittiert werden in einem einfachen Teigmantel vor allem Gemüse und Meeresfrüchte. Beliebte Gemüsesorten sind beispielsweise Kürbis, Aubergine und Lotuswurzel. Bei den Meeresfrüchten werden zumeist Tintenfisch oder Garnelen ausgesucht. Als Soße für das Tempura wird Tentsuyu gereicht, die aus Dashi, Mirin und Sojasoße besteht.

Niratama Donburi (mit Ei und Lauch – vegetarisch)

Niratama Donburi besteht aus zwei wichtigen Zutaten: Chinesischer Schnittlauch (oder auch Knoblauchschnittlauch – Nira) und weichem luftigem Omelett (Tama). Zusammen mit Reis wird daraus eine echte Geschmacksexplosion! Das Ei wird zusammen mit dem Schnittlauch, der vorher angeröstet wird, verrührt und in einer sehr heißen Pfanne zu einem Omelett gebraten. Je höher die Hitze ist, desto knuspriger wird das Äußere und desto fluffiger das Innere. Das Knoblaucharoma ist sehr mild, gibt dem Gericht aber einen ordentlichen Pfiff!

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Meike Große Hundrup

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