Paddy

Ja, wir geben es zu: Auch bei uns gab es eine Zeit, in der der einzige süße Reis, den wir kannten, mit Milch und Zimt zubereitet wurde und aus Omis Emaille-Kochtopf kam. Wir dachten aber auch mal, dass der Spielplatz neben dem Haus unseres besten Freundes der großartigste Platz auf dieser Erde ist. Dass nichts so heftig sein kann, wie das rote Center-Shock-Kaugummi. Und es nie etwas Interessanteres geben wird, als das Lustige Taschenbuch. Mindestens genauso überzeugt waren wir davon, dass Reis immer herzhaft zubereitet wird, wenn wir nicht gerade bei Oma sind. Und dann sind wir erwachsen geworden, haben uns Flugtickets gekauft und sind in die Welt hinausgereist – nur um festzustellen: Alles ganz anders. Das mit dem Center Shock, dem Spielplatz, dem Lustigen Taschenbuch – geschenkt, das haben wir verkraftet. Aber das Reis als Süßspeise so ziemlich der Himmel auf Erden ist, hat unsere Welt auf den Kopf gestellt.

Dabei mussten wir feststellen: In vielen Ländern ist süßer Reis völlig normal. Gang und gäbe, seit Jahrhunderten und noch länger. Was für uns manchmal auf den ersten Blick ziemlich ungewöhnlich aussah, stellte sich meist ziemlich schnell als eine echte Offenbarung heraus. Und zwar eine, über die wir gar nicht aufhören können, zu sprechen! Meistens prägen die süßen Leckereien nicht nur unsere Gespräche, wenn wir aus dem Urlaub zurück kommen, sondern auch den Eindruck, den wir von einem Land oder einer bestimmten Region haben. Türkisblaues Meer, weiße Strände, wilde Natur? Jaja – aber: dieses süße Ding aus Reis, man, das war lecker!

Klar: Wir Reisverrückten reisen nicht nur um die halbe Welt, sondern auch mit dem Finger durch die Speisekarten der Restaurants an unseren Zielorten. Und das schnell nach unten bzw. hinten im Menü, dort, wo die Reis-Desserts stehen. Bevor wir euch aber noch länger auf die Folter spannen: Was wir dabei schon für leckere Entdeckungen gemacht haben, erzählen wir jetzt!

Paddys Tipp: Power-Kissen auf Bali

„Kissen verbinden wir ja meist mit Gemütlichkeit und Entspannung. Auf Indonesisch heißt Kissen „Bantal“ – und hat so gar nichts mit Rumliegen zu tun. Im Gegenteil: In dem gleichnamigen Snack steckt ganz schön Power! Zum Glück, denn: Als ich Bantal das erste Mal auf Bali serviert bekommen habe, war ich gerade auf dem Weg, den Vulkan Agung zu besteigen und absolut dankbar für diesen kleinen Energiespender. Die traditionelle Nachspeise wird aus Kleb Reis, geraspelter Kokosnuss, etwas Salz und Zucker zubereitet und auf ein Bananenblatt gestrichen. Anschließend schneiden die Balinesen noch eine Banane in Scheiben, verteilen sie auf der Masse und wickeln alles zu einer kissenartigen Form zusammen, bevor es für eine Stunde in Wasser gekocht wird. Heraus kommt eine lecker, leichte und ziemlich elastische Süßspeise, die einfach nur köstlich schmeckt!“

Daniels Tipp: Philippinischer Reismehl-Kuchen

„Ich war im vergangenen Jahr auf eine Hochzeit eingeladen. Klingt erst einmal unspektakulär, aber: Sie fand auf den Philippinen statt. In Lucena City, südlich von Manila. Was für eine Feier! Aber neben der Traumhochzeit von meinem Kumpel ist mir noch etwas anderes in Erinnerung geblieben. Es ist relativ klein und sieht nicht sonderlich appetitlich aus – aber es ist der absolute Wahnsinn! Die Filipinos und Filipinas nennen es „Palitaw“ oder auch „Kakanin“, und zum ersten Mal probiert habe ich es nicht auf der Hochzeit, sondern bei einem Trip in den Norden des Landes.

Die flachen Reiskuchen werden traditionell aus gemahlenen Kleb Reis gemacht, aber vielerorts mittlerweile mit Reismehl zubereitet, weil das einfacher und schneller ist. Ich habe mir erklären lassen, dass das Mehl mit Wasser gemischt wird, bis eine Art Teig entsteht, der zerteilt, zu kleinen Kugeln gerollt und anschließend plattgedrückt wird. Die kleinen Fladen werden in heißes Wasser gegeben und gekocht, bis sie an die Oberfläche schwimmen. Daher kommt tatsächlich auch der Name Palitaw: „litaw“ heißt übersetzt „schweben“. Und das wiederum passt zu dem Grund, weswegen ich überhaupt auf den Philippinen war, denn mein Kumpelt schwebte auch – auf Wolke 7 mit seiner Frau. Und wo wir schon bei den kitschigen Formulierungen sind: Beim Palitaw-Essen fühlte auch ich mich ein bisschen wie im siebten Himmel.“

Janas Tipp: Rice-Pudding in New York

„If there´s no Rice Pudding in heaven, I´m not going“. Das ist mal ´ne Ansage und eine Liebeserklärung zugleich, die ich am Eingang zu „Rice to Riches“ in New York fand. Dabei brauchte es ein bisschen, bis ich verstanden habe, dass Reispudding nichts anderes ist, als mein geliebter Milchreis. Bei „Rice to Riches“ ist das süße Reis-Meal nicht nur ein simples Gericht, sondern eine Lebenseinstellung. Man wird von der Sortenvielfalt fast erschlagen und das Pre-Tasting macht die Wahl nicht einfacher. Der Pudding wird aus Sushi Reis, Milch, Sahne, Eiern und Zucker zubereitet und kalt serviert. In meiner Schüssel ist übrigens ein Mix aus Hazelnut-Chocolate und Peach Mango gelandet – eine Traumkombi!

Aber das war nicht das einzige Mal in New York, dass mich eine Süßspeise aus Reis vom Hocker gehauen hat! Bei „Butcher’s Daughter“ in der Nähe vom Meatpacking District entdeckte ich super leckere Rice Matcha Pancakes. Mit frischen Beeren und Vanillecreme nicht nur optisch ein absoluter Hingucker, sondern auch geschmacklich der Wahnsinn. Die Zauberzutat? Eine Mischung aus Reismehl und Matchapulver, die die Pancakes besonders fluffig werden lässt.“

Was habt ihr auf euren Reisen schon für deliziöse Entdeckungen gemacht? Schreibt uns eure absoluten Travel-Highlights in die Kommentare! Und: Genießt den nächsten Urlaub. Schließlich heißt es nicht umsonst REISen.

Paddy
Reisender Genießer

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