Paddy

Was ist nur mit uns Deutschen los? Wenn wir Reis hören, denken wir lieber an Nudeln, weil wir Reis nur als matschige Kantinenbeilage kennen (es sei denn, du hast schon einmal unseren Reishunger Reis gegessen). Wenn wir „lecker essen gehen“ führt der Weg meist zur überwürzten Fleischplatte beim Griechen um die Ecke. Und wenn wir Curry hören? Kommt uns als erstes eine in Fetzen und viel zu viel Soße liegende Brühwurst in den Sinn. Oder diese Maggi-Fix-Tüten mit dem gelben Pulver.

Man könnte auch auf die gleichnamige Programmiersprache, einen 551 Meter hohen Berg und zahlreiche amerikanische Städte kommen. Wenn wir über Curry sprechen, meinen wir aber etwas ganz anderes. Etwas, das mehr ist als das ockerfarbene Pulver, mit dem wir unseren Ketchup bestreuen. Richtig: Wir wollen auf die wahnsinnig vielfältigen und unfassbar leckeren Curry-Gerichte hinaus, die es überall auf der Welt und vor allem in Fernost gibt. Und die eine echte Offenbarung sind, wenn man sie in der eigenen Küche nachkocht. Na, neugierig? Dann gibt es hier unseren Crash-Kurs für alle Curry-Entdecker.

Lektion 1: Curry ist mehr als Pulver

Curryblätter, Currykraut und Currypulver: Wer im Supermarkt schon einmal vor dem Gewürzregal stand, stellt fest: Curry gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Doch sprechen wir hier bei Reishunger von Curry, meinen wir nicht die Beigabe zum Würzen. Sondern das Gericht. Und das hat eine lange Tradition: Curry leitet sich vom tamilischen Wort „kari“ ab, was so viel wie „Soße“ bedeutet und eine ragout- oder eintopfartige Speise bezeichnet, welche vor allem in Indien zuhause ist. Das klingt zunächst einfach, ist aber unglaublich vielfältig, denn: Curry umfasst eine ganze Bandbreite von Gerichten, die mit einer bestimmten Gewürzmischung aromatisiert sind.

Lektion 2: Curry ist nicht gleich Curry

Als die Briten im 18. Jahrhundert auf das leckere Gericht aufmerksam wurden, wollten sie nicht immer um die halbe Welt reisen, um es zu genießen – sondern unbedingt mit in ihre Heimat bringen. Also kreierten sie – etwas überfordert von der Vielfalt der Aromen – eine eigene Gewürzmischung, die auf den europäischen Geschmack angepasst ist und hierzulande als „Curry“ oder „Currypulver“ bezeichnet wird. Dieses taucht meistens in Verbindung mit Ketchup und geschnittener Brühwurst auf – und ja, das kann man machen. Wo dieses Curry allerdings nichts verloren hat, ist im Curry! Denn das für Curry charakteristische Gewürz heißt Garam Masala, besteht aus bis zu 30 Komponenten und hat so viele Rezepturen, wie es Inder gibt.

Lektion 3: Curry schmeckt überall etwas anders

Wenn wir vom klassischen Curry sprechen, meinen wir meist die indische Art der Zubereitung. Auch hier gibt es unzählige Variationen – alleine beim Schärfegrad unterscheiden sich die Gerichte erheblich, je weiter man in den Süden des Landes kommt. Was aber die meisten indischen Currys gemeinsam haben, ist die Gewürzmischung, mit der sie zubereitet werden: Garam Masala. Da die Inder üblicherweise ihr eigenes Garam Masala anmischen, gibt es auch hier eine Vielfalt im Geschmack. Meist sind bis zu 30 verschiedene Gewürze darin enthalten, von Kardamom über Piment, Zimt und Nelken bis hin zu Muskat, Ingwer und Koriander. Man könnte also bereits sein ganzes Leben damit verbringen, jeden Tag ein anderes Curry zu essen und würde es nicht schaffen, alle unterschiedlichen Garam-Masala-Mischungen Indiens zu probieren. Und jetzt kommt’s: Das ist nur ein Bruchteil aller Curry-Kreationen, die es weltweit gibt! Denn auch Japan, Indonesien und Thailand haben ihre ganz eigene traditionelle Art, Currys zuzubereiten, wie du hier nachlesen kannst.

Lektion 4: Curry muss nicht gelb sein

Curry ist gelb! Und rot. Und braun. Und grün. Dass die meisten Menschen automatisch an die Farbe Gelb denken, wenn sie über Curry sprechen, hängt damit zusammen, dass wir hierzulande vor allem das Gewürzpulver kennen. Und das enthält oft einen hohen Anteil an Kurkuma, das auch Gelbwurz genannt wird. Garam Masala zum Beispiel ist viel dunkler, weil die enthaltenen Gewürze vor dem Mahlen noch geröstet werden. Das klassische Thai Curry hingegen ist rot, was auch an dem hohen Anteil gerösteter Chili-Schoten liegt – Vorsicht, scharf! Wobei: Grünes Curry ist noch schärfer, weil die verwendete Currypaste Currypaste zur Hälfte aus grünen Chili-Schoten besteht. Wer von allem etwas haben möchte, dem dürfte das indonesische Curry schmecken, das auch „Curry der sieben Meere“ genannt wird. Es ist inspiriert von der Küche Indiens, Chinas und Malaysias und enthält deshalb viele der für Currys typischen Gewürze.

Lektion 5: Curry braucht den richtigen Reis

Vielleicht hast du schon einmal ein Curry probiert – und warst enttäuscht. Das kann daran gelegen haben, dass vielleicht kein hochwertiger Reis verwendet wurde! Denn: Die leckere cremige Curry-Soße schmeckt natürlich nur halb so gut, wenn sie mit verkochtem Reis zu einem matschigen Brei verrührt wird. Nein: Curry braucht ein schönes, kräftiges Korn. Deswegen verwenden Köche authentischer indischer Currys in der Regel feinsten Basmati Reis wie unseren, bei dem die Reiskörner mindestens eine Länge von 6,5mm haben. Aber auch herrlich duftender Jasmin Reis eignet sich perfekt fürs Curry – zum Beispiel für eines nach thailändischer Art. Und dann gibt es da noch einen absoluten Geheimtipp, der sich selbst in landestypischen Küchen noch selten finden lässt: Curry mit Schwarzem Reis. Das fein-nussige Aroma passt fantastisch zu der milden Süße oder feurigen Schärfe des Currys, und der körnige Biss ist genau richtig für die cremige Soße. Auf Nummer sicher gehst du übrigens, wenn du den Reis ganz einfach im Reiskocher zubereitest – so gelingt er immer und hat die ideale Konsistenz.

Also: Schicke deine Geschmacksnerven auf Weltreise! Mit unseren Curry-Rezepten, unseren Zutaten und dem passenden Zubehör zauberst du auch in der heimischen Küche authentische Gerichte. Und glaub uns: Wenn du das einmal probiert hast, wirst du nie wieder an Brühwurst in ockergelb-gesprenkeltem Ketchup denken, wenn du das Wort Curry hörst. Sondern an erstklassige fernöstliche Küche, die einfach fantastisch schmeckt.

Paddy
Reisender Genießer

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