Jana

Was war eigentlich zuerst da? Chips oder das Fernsehen? Bestimmt die Chips, aber ganz ehrlich: Wir können uns das eine nicht ohne das andere vorstellen. Nur gab es bislang immer ein Problem – der Film oder die Serie konnten noch so gut sein, an manchen Abenden hatten wir trotzdem ein schlechtes Gewissen. Weil wir so viele fetttriefende Kartoffelchips gegessen haben, dass es uns schon schwer fiel, überhaupt von der Couch aufzustehen. Zum Glück ist das jetzt anders: Unsere leichten, glutenfreien und fettarmen Reis Chips sind der perfekte Snack für jeden gemütlichen Fernsehabend. Nun muss nur noch das Fernsehprogramm stimmen. Deshalb hier ganz exklusiv: Unsere absoluten Streaming-Highlights für Netflix, Amazon-Prime und Co. Gruseliges zum Verkrümeln, Spannendes zum Knuspern, Schönes zum Genießen – auf jeden Fall allerlei zum Weiterempfehlen, denn diese Serien sind einfach mal verdammt gut.

Daniels Gang: Peaky Blinders – Gangs of Birmingham

Können Stories über Gangs gut sein, wenn sie nicht mit der italienischen Mafia zu tun haben? Und wie! Peaky Blinders ist eine Gangsterbande, die in den 1920er-Jahren durch die Straßen der englischen Stadt Birmingham zieht und versucht, ihren Machtbereich zu erweitern. Gar nicht so einfach, denn die Tatsache, dass der Gruppe gerade eine große Lieferung Maschinengewehre in die Hände gefallen ist, macht sie zu Gejagten verschiedener Feinde. Hinzu kommt, dass Anführer Tommy Shelby von seinen Erfahrungen im ersten Weltkrieg traumatisiert ist. In bislang vier Staffeln erzählen die britischen Serienmacher, wie es dem Clan gelingt, immer weiter aufzusteigen – und was sie dafür für Opfer bringen müssen.

Für: die Gang. Alles für die Gang.
Auf: Netflix
Daniel: „Peaky Blinders hat mich echt gepackt! Es ist eine düstere Erzählung, die einen Einblick in die Welt der Gypsies und der Arbeiter in den 20er-Jahren gibt – und das sehr authentisch. Richtig stark gemacht!“

Janas Empfehlung: Chef’s Table

Foodporn par excellence: Chef’s Table ist DIE Serie für alle Foodjunkies. Leider gibt es zwar keine Folge, in der es nur um Reis geht, aber: Appetit bekommen wir trotzdem bei jeder Sequenz. In der Serie werden die besten Köche der Welt begleitet – und als Zuschauer kann man ihnen direkt über die Schulter blicken. Massimo Bottura in Italien, Dominique Crenn in San Francisco, Tim Raue in Berlin. Wie, die Namen sagen dir nichts? Noch nicht! Denn wer diese Kochkünstler bei der Arbeit sieht, wird ihre Namen so schnell nicht wieder vergessen. Einziges Problem: Man möchte alle auch direkt in ihrem Restaurant besuchen. Unser Tipp: Auf keinen Fall hungrig gucken!

Für: Foodjunkies
Auf: Netflix
Jana: „Ich finde ja alles, was mit Ernährung zu tun hat, mega interessant. Und ich liebe es, essen zu gehen. Was mich bei Chef’s Table fasziniert, ist diese Leidenschaft, mit der die Köche ihrem Job nachgehen. Und natürlich die herrlichen Slow-Motion-Aufnahmen von der Zubereitung der Speisen. Bei meinem nächsten Besuch in New York werde ich auf jeden Fall bei Ivan Orkin vorbeischauen, das habe ich mir fest vorgenommen.“

Paddys Fantasiereise: Westworld

Stell dir vor, du kannst einen großen Freizeitpark besuchen, in dem einfach alles erlaubt ist. Wirklich alles! Was würdest du tun? Die Serie Westworld beschäftigt sich genau mit dieser Frage. Darin dreht sich alles um einen riesigen Themepark, der der Realität perfekt nachempfunden ist. Mit einem Unterschied: Alles hier ist künstlich, selbst die Menschen sind lediglich Roboter. Sie wissen nur selbst nicht, dass sie Maschinen sind und am Ende des Tages wieder zurück gesetzt werden. Die Menschen, die in die Westworld kommen, können mit ihnen machen, was sie wollen. Ohne Konsequenzen. Das führt schon nach kurzer Zeit dazu, dass sich die grausamsten Dinge abspielen und die tiefsten Abgründe der Menschheit auftun. Macht ja nichts, weil es nur Roboter sind? Doch – denn sie entwickeln mit der Zeit ein Gedächtnis…

Für: Fans von düsteren Endzeit-Geschichten
Auf: Amazon Prime, Sky
Paddy: „Westworld ist wie ein riesiges Videospiel. Aber ein richtig krankes! Man sitzt vor dem Fernseher und ist teilweise echt angewidert, was diese Menschen da tun. Echt ein wahnsinnig gutes Drehbuch. Aber was viel spannender ist: Man wird auch selbst mit der Frage konfrontiert, was man machen würde, wenn man die Westworld besuchen könnte.“

Janines Favorit: The End of the Fucking World

Eigentlich dürften wir The End of the Fucking World gar nicht empfehlen. Wirklich nicht. Denn: Es gibt nur eine Staffel. Mit acht Folgen. Die alle gerade einmal etwas länger als 20 Minuten andauern. Und man ist eigentlich nur die ganze Zeit damit beschäftigt, sich zu wünschen, dass diese so schlicht produzierte und charmant erzählte Geschichte nicht mehr endet. Worum es geht? Um James und Alyssa, beide 17, beide nicht zufrieden mit ihrem Leben. James glaubt, dass er ein Psychopath ist, weil er gerne Tiere tötet und sich für nichts begeistern kann und überhaupt ziemlich aus dem Rahmen fällt; und Alyssa findet genau das gut (okay, nicht das mit den Tieren, davon weiß sie zunächst nichts) und verliebt sich in ihn. Die beiden hauen ab, Alyssa, weil sie ihren Vater treffen will, und James, weil er Alyssa gerne töten würde. Was dabei rauskommt, ist ein irrer Roadtrip, mit bissigem, tiefschwarzen Humor und überraschenden Wendepunkten. So etwas hat man selten gesehen, und vielleicht ist das auch der Grund, warum alle Welt diese Serie feiert und sogar der Netflix-Chef eine persönliche Empfehlung ausspricht. Also vielleicht solltet ihr das doch gucken. Aber wir haben euch gewarnt: Der Abschied nach gerade einmal drei Stunden Spielzeit wird hart – und fühlt sich ein bisschen wie das Ende der Welt an.

Für: Alle, die mit zwei Teenagern auf einen verrückten Roadtrip gehen wollen.
Auf: Netflix
Janine: "James und Alyssa sind beide unmögliche Charaktere. Die können einen eigentlich nur nerven mit ihrer unangepassten Art! Trotzdem liebt man sie von der ersten Sekunde an. Und danach fragt man sich, warum alle Serien immer so bombastisch produziert werden müssen, wenn es eine einfache Serie, die auf einem Comic basiert, schafft, mich komplett mitzureißen.“

Daniels Geheimtipp: The Knick

Boah, Arztserien sind ja sowas von 2006! Aber gerade, als wir dachten, mit Greys Anatomy und Co. sei das Thema endlich abgefrühstückt, sind wir auf The Knick gestoßen. Und konnten kaum noch wegschauen, denn: Diese Arztserie ist ganz anders. Sie erzählt von dem fiktiven New-Yorker-Knickerbocker-Krankenhaus und den dort arbeitenden Menschen, allen vorweg den drogensüchtigen Dr. John W. Thackery. Natürlich geht es auch hier um Liebe, vor allem aber um medizinische Entwicklung – und wie sie überhaupt voranschreiten konnte. Dafür brauchte es allerlei grausame Experimente, die damals im Sinne der Forschung noch möglich waren. Aber auch etwas anderes ist noch schwer mit anzusehen: Der vorherrschende Rassismus in New York. Und ob bzw. wie der geheilt werden kann, zeigt sich im Verlaufe der bislang zwei Staffeln.

Für: Fans von Doktorspielen
Auf: Amazon Prime
Daniel: „The Knick ist dunkel, sehr grafisch, teilweise brutal – also genau das, was ich an Serien liebe. Was sie so spannend macht, ist vor allem dieser Einblick in die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts, in der alles möglich war, was medizinische Versuche angeht. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Mal wieder ein echtes Meisterwerk von Regisseur Steven Soderbergh.“

Daniels Dauerbrenner: Fargo

„Fargo – Blutiger Schnee“. So heißt der Film von 1997, der irgendwie nach sonntagabendlicher Nach-Tatort-Fernsehunterhaltung klingt, tatsächlich aber von den berühmt-berüchtigten Coen-Brüdern stammt und deswegen selbstverständlich absolut sehenswert ist. Noch besser als der Film ist aber die Serien-Adaption, die den albernen Zusatz „Blutiger Schnee“ zum Glück aus dem Titel verbannt hat und nur noch Fargo heißt. Sie erzählt über bislang drei Staffeln von Verbrechen, die in Minnesota stattgefunden haben – 2006, 1979 und 2010. Das könnte furchtbar trocken und langweilig sein, ist aber durch das frostige, düstere Setting und die teilweise groteske Zeichnung der Charaktere wahnsinnig spannend.

Für: Fans von Tarantino-Humor
Auf: Netflix
Daniel: „Fargo ist wie ein gutes Buch. Man steigt erst einmal allgemein ein, und dann will man immer mehr erfahren über die Figuren. Und weil die Coen-Brüder auch bei der Serie mit am Werk sind, wird alles so schleichend ins Absurde geführt, dass die Serie selten vorhersehbar ist.“

Paddys Sucht: Narcos

Was für ein Mensch ist Pablo Escobar, Anführer eines der mächtigsten Drogenkartelle der Welt? Dieser Frage geht die US-amerikanische Kriminal- und Historiendrama-Serie Narcos auf den Grund. Sie behandelt den Aufstieg des Gangster-Bosses und die Machenschaften des Medellin- und später des Cali-Kartells in den 1980er- und 1990er-Jahren in Kolumbien. Extreme Brutalität, weitreichende Korruption, Bombenterror – die Serie ist harte Kost. Doch sie ist auch ziemlich nah dran an der Wirklichkeit: Den roten Faden bilden unter anderem gesprochene Erinnerungen des DEA-Agenten Steve Murphy, der jahrelang selbst nach Escobar gesucht hat. Eine echte Empfehlung. Oder, um beim Thema zu bleiben: Kann man sich mal reinziehen.

Für: Escobar-Fanboys
Auf: Netflix
Paddy: „Pablo Escobar ist einfach ein mieser, aber auch faszinierender Charakter. Schon früh habe ich mich mit allem auseinandergesetzt, was es über ihn gibt – und klar habe ich auch Narcos verschlungen.“

Daniels Reise in die Vergangenheit: Mad Men

Rauchen in der Schwangerschaft? Besoffen Auto fahren? Auf der Arbeit rauchen und trinken? Vieles, was heute unvorstellbar ist, war lange Zeit ganz normal. Vor allem im New York der 1950er-Jahre: Dort spielt die Serie Mad Men – und überrascht uns immer wieder mit all den beiläufigen Alltagsszenen, die zeigen, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass Menschen sehr viel unverantwortlicher mit dem Leben umgegangen sind. Aber darum geht es in der Serie eigentlich nicht. Denn tatsächlich stehen eigentlich die Werbetexter im Mittelpunkt, die an der Madison Avenue arbeiten. Da geht es um Affären, Machtspielchen, ein bisschen auch um zeitgeschichtliche Themen. Das alles wird ziemlich langsam erzählt, manche Dinge auch nie aufgeklärt. Aber irgendwie bleibt man dran, weil alles wahnsinnig cool aussieht und zwischendurch dann doch ganz überraschend ein weiteres Teil zu diesem Puzzle der Persönlichkeiten hinzukommt.

Für: Fifties-Freunde
Auf: Netflix und Amazon Prime
Daniel: „Mad Men ist einfach cool. Ich würde gar nicht mal sagen, dass das die beste Story ist oder die beste Kamera oder irgendwas. Man kriegt einfach einen interessanten Einblick in diese Zeit, in der auf so vielen Ebenen politisch Inkorrektes abläuft – und manche Figuren entwickeln sich auch krass weiter. Kann man gut nebenbei gucken, und das ist ja manchmal auch ganz schön.“

Janas Liebling(e): Suits

Wer hätte gedacht, dass uns eine Serie über Anwälte eines Tages fesseln würde. Genau: Niemand! Nicht einmal Ingo Lenßen hat das geschafft. Und jetzt sitzen wir vorm Fernseher und fiebern mit Mike Ross mit, verabscheuen und lieben Harvey Spencer gleichzeitig, bewundern Donna für ihre gerissenen Einfälle, haben ein bisschen Mitleid mit Louis Litt und schauen der royalen Meghan Markle dabei zu, wie sie sich als Rachel in der Kanzlei bewähren muss. Alle Charaktere sind so unterschiedlich und müssen doch miteinander auskommen – alleine das würde schon ausreichen, um ein paar Staffeln zu füllen. Hinzu kommen aber noch jede Menge spannender Fälle, die nicht immer auf dem Rechtsweg, ja manchmal nicht einmal auf dem rechten Weg gelöst werden müssen. Und dann tragen alle auch noch immer so wahnsinnig schicke Outfits, sodass man gar nicht anders kann, als hinzusehen.

Für: Anwaltsserien-Ästheten
Auf: Netflix
Jana: „Suits ist wirklich eine tolle Serie – selbst, wenn man sich überhaupt nicht für Anwälte interessiert. Einfach die perfekte Mischung aus stilvollen Menschen und Räumen und packender Story mit ungeahnten Wendungen.“

Paddys Lachnummer: Better Call Saul

Natürlich müsste an dieser Stelle auch Breaking Bad auftauchen. Aber wir sind uns ziemlich sicher: Die Geschichte um Walter White hat mittlerweile auch der allerletzte gesehen. Deswegen empfehlen wir Better Call Saul, das Spin-Off mit dem sympathischen Antihelden Saul Goodman: einem erfolglosen Anwalt, der irgendwie immer bei allem verliert. Und der eigentlich nur etwas Anerkennung sucht. Diese tragikomische Geschichte lohnt sich vor allem wegen der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Bob Odenkirk, der in James „Jimmy“ McGill wohl die Rolle seines Lebens gefunden hat. Und wenn dann zwischendurch auch noch ein paar andere Charaktere aus Breaking Bad auftauchen, beschleicht einen so ein wohliges Nostalgie-Gefühl, sodass man die eine oder andere langatmige Szene schnell verschmerzen kann.

Für: Verlierer-Freunde
Auf: Netflix
Paddy: „Die Stimmung in Better Call Saul ist einfach der Hammer. Schon alleine die geilen Intros! Und obwohl Jimmy ja eigentlich voll der Verlierertyp ist, ist man in keiner Sekunde dabei, sich über ihn lustig zu machen oder irgendwas. Man fühlt einfach nur mit und wünscht diesem armen Kerl endlich mal etwas Glück.“

Wir könnten diese Liste noch ewig weiter führen. Sicher hast du auch noch einige gute Serientipps für uns?

Schreib uns deine Empfehlung einfach in die Kommentare oder poste sie mit dem Hashtag #netflixandchips auf Instagram! Und wir haben endlich wieder einen guten Grund, mit einer großen Portion Reis Chips auf dem Sofa zu versacken.

Quellenangaben:

Peaky Blinders (C) BBC Pictures / Tiger Aspect / Robert Viglasky (via peaky-blinders.wikia.com) Link: http://peaky-blinders.wikia.com/wiki/File:Peaky-Blinders_Wikia_Cast_Large_001.jpg

Chef’s Table (C) Netflix (via Eater.com) Link: https://www.eater.com/2016/5/27/11794150/chefs-table-season-two-netflix-review

Westworld (C) HBO / John P. Johnson (via Variety.com) Link: http://variety.com/gallery/photos-westworld-hbo-first-look/

The End of the Fucking World (C) Netflix (via Popsugar.com) Link: https://www.popsugar.com/entertainment/How-Old-End-Fucking-World-Cast-44478772

Fargo (C) FX Network (via wikipedia.org) Link: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Fargo_-_The_Crocodile%27s_Dilemma.jpg

Narcos (C) Netflix (via Netflix.com) Link: https://media.netflix.com/de/company-assets

Mad Men (C) AMC (via madmen.wikia.com) Link: https://vignette.wikia.nocookie.net/madmen/images/6/6c/For_those_who_think_young.jpg/revision/latest/scale-to-width-down/2000?cb=20121013182425

Suits (C) USA Network (via TVguide.com) Link: http://cimg.tvgcdn.net/i/2017/03/01/ccd6bb70-2b7c-439a-b8c5-406011c7b617/edcbfeac078d78819eb65e2027ade813/170301-news-suits.jpg

Better Caul Saul (C) AMC (via AMC.com) Link: http://www.amc.com/shows/better-call-saul/extras/better-call-saul-season-2-episode-photos#/72

Jana
LebensVerliebt & FoodVerrückt

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