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Anonym

Seit letztem Wochenende bin ich kollektiv in ein ganzes Dorf verliebt: Blankenheim. Zum zweiten Mal durfte ich mit Tim (unserem Produktionschef) nun jenen Ort besuchen, der genauso gut in Russland liegen könnte. Denn in Blankenheim leben viele Russen. Sehr viele. Und fast jeder ist mit Tim verwandt. Nicht wenig war ich damit beschäftigt, Cousins von Neffen und Tanten von Schwägerinnen zu unterscheiden. Aber darum soll es nicht gehen. Meine Mission war eine andere.

Was verband ich mit Russland? Dass Turgenew uns den Nihilismus gebracht hat, das russische Volk das pessimistischste unter allen genannt wird – und die russische Küche schlecht ist. Letzteres herauszufinden war mein Auftrag.

Kurz sind die Kreise meiner bisherigen Erfahrungen, wenn ich an russisches Essen denke: Borsch, Pelmeni, Stroganov. Und Schmand. Zum Frühstück, zu Mittag und abends – immer wieder Schmand! Es gibt nichts, wozu ein Russe keinen Schmand essen würde. Und bevor ich es vergesse: Schaschlik. So skeptisch ich der russischen Küche auch im Allgemeinen gegenüberstand, sie wissen, wie man mit Fleisch umgeht. Und wie! So durfte ich auch dieses Wochenende wieder die besten Schaschliks meines Lebens essen – und zubereiten. Dank Tim, seinen Brüdern Andreas und Jo (oben im Bild...sie wollten einfach nicht lächeln!) sowie zig anderen Verwandten, denen ich hier zusammen ein großes „Spasiba“ zurufen möchte, weiß ich nun, wie man den perfekten Schaschlik zubereitet. Aber auch darum ging es nicht.

Es geht um...

Plov! Warum das Ausrufezeichen? Ganz einfach: Plov ist so ziemlich das weitverbreiteste Gericht der Welt. Denn immer handelt es sich um eine Reispfanne. In der Türkei heißt es Pilaw, im Iran kennt man es als Polow. Die Spanier nennen es Paella und in Indien hört es auf Biryani. All diese Plov-Varianten habe ich schon einmal gegessen und nachgekocht. Bis auf die russische. Nun war also die perfekte Gelegenheit! Und es gab kein besseres Gericht, um das russische Essen mit den Küchen dieser Welt zu vergleichen als Plov. Ich rief Tim an, bat um ein Kochen mit seiner Mutter – und los gings!

600g Paella Reis oder Milch Reis
1 Putenoberkeule (ca. 1,5 kg)
4 Zwiebeln
3 Karotten
1 Knoblauchknolle
viel Rapsöl
nicht zu vergessen: Schmand!

Die Zubereitung

Die Putenoberkeule vom Knochen lösen, das grobe Fett entfernen und in 2-3cm große Würfel schneiden. Die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden und die Karotten fein raspeln. Anschließend das Fleisch in einem mit 2cm Rapsöl bedeckten Gußeisentopf (alternativ einen normalen) bei voller Hitze anbraten und immer wieder umrühren. Wenn das Fleisch gar ist, aus dem Topf nehmen und zwischenlagern. Nun werden die Zwiebeln im gleichen Topf so lange angebraten, bis sie glasig sind. Jetzt kommt das Fleisch wieder rein. Kräftig umrühren. Nach 3 Minuten die Karotten hinzugeben und alles durchmischen.

Weitere 5 Minuten später den gewaschenen Paella bzw. Milch Reis zusammen mit 1,2 Liter Wasser hinzugeben und auf niedrige Stufe stellen. Noch mal durchrühren, eine Knoblauchknolle fürs Aroma reingeben, sehr kräftig salzen und pfeffern, Deckel schließen und für etwa 35-40 Minuten köcheln lassen.

(Nebenbei: Einmal habe ich Plov gegessen, was mit einem Gußeisentopf auf offenem Feuer zubereitet wurde. Es war göttlich! Falls ihr die Gelegenheit haben solltet, dann macht es auch so!)

Am Ende kam dieses wunderbare Gericht heraus (natürlich mit Schaschlik!). Es hat herrlich geschmeckt. Auch ohne Schmand. Aber gerne mit.

Mein Fazit

Plov ist definitv kein Kind der 5-Sterne-Küche. Dafür aber ehrlich und bodenständig. Und darum mag ich es: Weil man alle Zutaten leicht beschaffen und das Gericht einfach zubereiten kann. Und um ehrlich zu sein habe ich mich in die russische Küche verliebt: Nicht unbedingt in die Gerichte, die ich zubereitet habe, wohl aber in die Menschen, mit denen ich sie kochen durfte: „Spasiba“ euch allen, die ihr mir mit eurer Herzlichkeit und Offenheit so wunderbare Gastgeber wart.

Anonym

Kommentare

A

V:

Klasna! :)
Russisches essen ist immer gut! :))

D

Es tut mir leid, aber das ist überhaupt kein Rezept von der russischen Plow-Version. Und niemand isst Plow mit Schmand - das ist völlig absurd. Außerdem Putenfleish passt dazu gar nicht und ist in Russland nicht verbreitet.

J

Vielleicht ist Plov mit Schmand ein Deutsch-Russen-Ding. Mein Onkel und seine Familie essen das so und ich finde es herrlich, auch wenn ich dein Entsetzen verstehe, wenn ein traditionelles Gericht abgeändert wird (ich bin Italienerin und wenn jemand Pesto mit Sahne mischt und das dann als italienisch verkauft, werde ich fast wütend - dabei sollte man eher denken: Wem's schmeckt.)

A

Die Gewürze fehlen in Ihrem Rezept auch, und die sind das wichtigste. Milchreis benutzt man auch nicht.

K

Ich finde den ganzen Text ein bisschen respektlos. Es wurde schlecht recherchiert und viel verallgemeinert. Warum der Autor am Ende betont, dass Plov "kein Kind der 5-Sterne-Küche" ist und dass er Russland mit schlechtem Essen verbindet, verstehe ich nicht.

Die Küche der ehemaligen Sovjet-Länder ist so vielfältig und interessant, damit kann man sich ruhig mal aufgeschlossener auseinandersetzen.

Temi mit Bulgursalat

Liebe Karina,
der Artikel spiegelt im Ganzen den Erfahrungsbericht einer Person wieder, die relativ frei mit vorherigen Meinung spielt, am Ende aber begeistert ist von der ersten Begegnung mit der Küche - und vor allem den Menschen dahinter :)

Sie haben natürlich recht, dass Vorurteile angesprochen werden, die so nicht stimmen.

Bestens, Temi

Z

In den kasachischen und russischen Rezepten, was meine Schwiegermutter für Plow nutzt, gibt es auch keine Gewürze (außer Salz, Pfeffer), der Geschmack kommt aus Zwiebeln, Fett und Brühe. Ich denke, parboiled oder persischer Reis funktioniert besser als Milchreis, Plow soll nicht cremig oder klebrig sein, eher etwas körnig und herzfhaft. Wir machen eine vegetarische Version und nutzen Rauchsalz und Seitanstücke, das passt sehr gut. Aber Schmand zu Plow ist etwas seltsam. Die Plow/Pilaw-Varianten anderer Regionen oder Länder enthalten durchaus viele Gewürze (Koriander, Zimt...) und Trockenfrüchte (Berberitzen, Rosinen, Aprikosen). Mein kasachisch-deutscher Mann verbindet Rosinen im Plow aber mit Begräbnisfeiern. Man kann also nicht sagen, so ist authentisch, so nicht, es gibt viele Variationen.

Z

In den kasachischen und russischen Rezepten, was meine Schwiegermutter für Plow nutzt, gibt es auch keine Gewürze (außer Salz, Pfeffer), der Geschmack kommt aus Zwiebeln, Fett und Brühe. Ich denke, parboiled oder persischer Reis funktioniert besser als Milchreis, Plow soll nicht cremig oder klebrig sein, eher etwas körnig und herzfhaft. Wir machen eine vegetarische Version und nutzen Rauchsalz und Seitanstücke, das passt sehr gut. Aber Schmand zu Plow ist etwas seltsam. Die Plow/Pilaw-Varianten anderer Regionen oder Länder enthalten durchaus viele Gewürze (Koriander, Zimt...) und Trockenfrüchte (Berberitzen, Rosinen, Aprikosen). Mein kasachisch-deutscher Mann verbindet Rosinen im Plow aber mit Begräbnisfeiern. Man kann also nicht sagen, so ist authentisch, so nicht, es gibt viele Variationen.

A

Plov ist kein russisches Gericht, es ist ein Usbekisches Gericht und wird hier auch mit den typisches Gewürzen der Region - vorallem Kreuzkümmel und Berberitzen- zubereitet. Als Fleisch sollte man Lamm oder Rind verwenden...

A

Meine Götte

A

Jeder will es besser wissen , die Dame hat es nur gut gemeint !!!!