Kostenloser
Versand ab 30 €
Schneller
Versand
30 Tage
Rückgaberecht

Trusted Shops
Offline Shoppen
in Bremen
Anonym

Marokkanische Restaurants gibt es nicht gerade wie Sand am Meer. Das ist ebenso bedauerlich wie begründet. Als ich vor kurzem einen alten Freund wiedertraf, der dieser Tage seine Ausbildung zum Koch abschließt, haben wir über die wunderbare Küche Marokkos gesprochen. Auf mein Flehen, dass er als Marokkaner unbedingt das erste marokkanische Restaurant in Bremen eröffnen müsse, entgegnete er mir nur lakonisch: Das kannst du knicken! Ihm als gläubigen Menschen verbiete es sich, Alkohol zu verkaufen. Und ohne Alkohol - so versicherte einst ein Gründungsberater seinem Onkel - brauche er das Restaurant gar nicht erst eröffnen. So ging es sicher auch vielen anderen.

Schön und gut, dann gibt es halt keine marokkanischen Restaurants! Na und?! - HALT! So schnell kommt ihr mir nicht davon. Die marokkanische Küche ist eine Leuchte der orientalischen Kochkunst! Wer schon einmal marokkanisch gegessen hat, der weiß wovon ich spreche. Und wenn ich marokkanisch schreibe, dann meine ich nur eins: Tajine. Nun, was zum Henker ist das, mögen einige sich fragen. Einfach gesagt: das hier!

Um ehrlich zu sein handelt es sich hierbei gleich um zwei Tajines. Denn einerseits bezeichnet man sowohl die zirkuszeltartige Keramikform als Tajine. Andererseits auch das darin zubereitete Gericht. So einfach ist das! Und mindestens genauso easy ist das Kochen mit ihr!

Seitdem ich vor einem halben Jahr unsere Reishunger-Tajine mitbekommen habe, bin ich regelrecht auf einem Tajine-Trip! Es gibt unzählige Rezepte dafür, sodass es eigentlich keine "richtige" oder DIE Tajine gibt. Wenn ich sie mache, dann halte ich mich eigentlich nie an ein Rezept. So wie vor einigen Tagen, als mein marokkanischer Delikatessenhändler mir wieder richtig Lust drauf machte:

Tajine

Folgende Zutaten habe ich verwendet (für 2 Personen):

2 Bio-Hähnchenschenkel (die waren so groß, dass es in der Tajine sehr eng wurde!)

2 Tomaten

1 Karotte

1 Birne

2 Löffel Butter Ghee (kommt der marokkanischen Butter "Smen" am nächsten)

8 Oliven

4 Knoblauchzehen

2 kleine Rosmarinstängel

1 Limette

1 EL Rash el Hanout (eine wunderbare Gewürzmischung, die in Marokko fast in jedem Gericht verwendet wird)

Dazu sei noch gesagt, dass eine Tajine eigentlich immer mit Couscous oder  Fladenbrot gegessen wird. Ich empfehle euch hier natürlich unseren leckeren Bio-Couscous, der sich 20 Minuten vor Ende der Tajine ganz leicht zubereiten lässt. Einfach 1 Tasse (200g) gewaschenen  Couscous in einen Topf geben, 1,5 Tassen Wasser mit einer Prise Salz hinzufügen und auf volle Hitzestufe bringen. Sobald das Wasser kocht, den Topf vom Herd nehmen und den Couscous 15 Minuten ausquellen lassen. Zum Schluss Butter oder Öl rübergeben.

Zur Tajine-Zubereitung

Tajine1

Zunächst habe ich das Rash el Hanout zusammen mit dem Butter Ghee vermischt und anschließend die beiden Hähnchenschenkel kräftig damit eingerieben. Sodann habe ich von beiden Seiten kleine Löcher in das Fleisch geschnitten und die Rosmarinspitzen reingedrückt (sie geben am Ende ein herrliches Aroma!). Anschließend die Karotten kleingeschnitten und zusammen mit den Oliven und den geschälten Knoblauchzehen in die Tajine gegeben. Zum Schluss kamen noch die halbierten Tomaten und die geviertelte Birne rein. Kräftig gesalzen und gepfeffert, Deckel drauf und ab aufs Herd!

Tajine2

Nach einer halben Stunde sah es so aus...

Tajine3

...und nach einer Stunde war es fertig! Zugegeben, es war zwar lecker, aber ich habe in meinem Leben schon bessere Tajines gemacht. Für die Zukunft weiß ich, dass es immer leckerer ist, das Hähnchenfleisch vorher kurz anzubraten, bevor man die weiteren Zutaten hingibt. Außerdem ist das Ergebnis beim Garen im Ofen durchaus leckerer gewesen als auf dem Herd.

Und doch bin ich glücklich! Die Wahrheit ist doch: Probieren geht über Studieren! Woher wissen wir denn heute, dass Lamm und Rosmarin, Äpfel und Zimt oder Tomate und Basilikum die besten Freunde sind, wenn das nicht vorher probiert worden wäre?! Ganz abgesehen von der Currywurst! Und das liebe ich mir am Kochen am meisten: Das eigene Ausprobieren, das Kombinieren von Zutaten in der Hoffnung, dass sie zu wunderbaren Aromen und einem leckeren Geschmack führen. Manchmal klappt es, ein andern mal geht es schief.

Und meines Erachtens gibt es kaum ein besseres Gericht, welches sich für solche Kochexperimente eignet, als die Tajine. Darum kann ich wirklich nur empfehlen: Wenn ihr genausolche Aromen-Alchemisten seid wie ich, dann holt euch eine Tajine!

Cheers,

Temi

Anonym

Kommentare

LS

Woa, ich krieg grad so einen Riesenhunger!

D

Hallo Temi! Ja, Kochen ist manchmal schwerer als gedacht. Ich habe erst seit einigen Monaten eine Tajine und es ist manchmal überraschend, was da optisch und geschmacklich herauskommt. Du hast aber ganz vergessen, dass dazu ja unbedingt Couscous gehört! Oder ein leckeres Fladenbrot - da ist natürlich kein Reis drin und das macht dann für reisjunger eher uninteressant ;)
Gruß, Dietbert (wir sind jetzt beim Du, nicht wahr?)

T

Hey Dietbert (natürlich sind wir beim Du ;) ),
da hast du vollkommen Recht. Vielleicht hatte ich da zu viel vorausgesetzt, zumal ich viel zu sehr von der Tajine "an sich" begeistert war und bin. Aber danke für den Hinweise - habe ich nun eingebaut.
Beste Grüße
Temi