Reistypen und Reissorten
An dieser Stelle stellen wir von Reishunger alle Reissorten vor, die es weltweit gibt. Hierfür nehmen Sie sich am besten zwei bis drei Monate Zeit, denn weltweit existieren mehr als 100.000 verschiedene Reissorten! Okay, gehen wir doch erst einmal auf die bekanntesten und gängigsten Sorten des »Oryza sativa« (=Reispflanze) ein.
Reistypen und Reissorten und der Unterschied
Reis hat nicht nur zigtausend verschiedene Sorten, sondern lässt sich auch anhand verschiedener Eigenschaften unterteilen. Eine Einteilung erfolgt anhand der erwähnten Reistypen. Diese sind den Reissorten übergeordnet und lassen sich anhand der jeweiligen Korneigenschaften unterteilen. Insgesamt gibt es 3 unterschiedliche Korntypen und damit 3 verschiedene Reistypen:
Der Langkornreis
Der Langkornreis zeichnet sich, wie sich aus dem Namen schon erschließen lässt, durch sein langes Korn aus. Dieses ist zwischen 6 und 8 Millimeter lang und recht schmal. Des Weiteren ist der Langkornreis hart und in polierter Form leicht durchsichtig beziehungsweise glasig. Nach dem Kochen verbleibt der Langkornreis trocken, körnig und locker.
Der Rundkornreis
Der Rundkornreis ist im Gegensatz zu seinem großen, schlanken Bruder eher klein und dick. Er misst weniger als 5,2 Millimeter und ist von seinem Erscheinungsbild von rundlicher Form. Der Rundkornreis gibt beim Kochen viel Stärke ab und hat einen weichen Kern. Aufgrund der hohen Stärkefreigabe klebt der Reis nach der Zubereitung.
Der Mittelkornreis
Der Mittelkornreis ist schließlich eine Mischung aus den beiden zuvor beschriebenen Reistypen und im Durchschnitt zwischen 5,2 und 6 Millimeter lang. Nach dem Kochen erhält man einen weichen, leicht klebrigen Reis.
Verarbeitung und wie man Reis noch unterscheidet
Bevor wir auf die einzelnen Reissorten und ihre gerichtsspezifischen Eignung genauer eingehen, wollen wir noch die 3 Verarbeitungsformen von Reis darstellen, in denen roher Reis angeboten wird:
Der unpolierte Naturreis
Der Naturreis, auch unpolierter Reis oder Vollkornreis genannt, wird nicht vorbehandelt, also weder gewaschen noch poliert. Obwohl sich das erstmal unsauber anhört, gibt es einen großen Vorteil: das Silberhäutchen bleibt erhalten. Diese Schale vom Reiskorn enthält zahlreiche Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Der Vollkornreis hat zudem den Vorteil, dass er von den Enzymen im Magen langsamer gespalten wird als polierter Reis. Dies führt dazu, dass die im Reis befindliche Stärke langsamer in Zucker umgewandelt wird. Naturreis bietet aufgrund seiner unbehandelten Form ein anderes Aroma als polierter Reis und damit ein besonderes Geschmackserlebnis. Zudem hält er länger satt und beinhaltet mehr Fett und Eiweiß als der polierte Reis.
Der polierte Reis
Der polierte Reis, auch weißer Reis genannt, ist das polierte Pendant zu seinem Öko-Bruder, dem Naturreis. Beim polierten Reis werden Silberhaut und die darunter liegende Samenschale in der Mühle entfernt. Aufgrund des Entfernens des Silberhäutchens verliert polierter Reis zwar einen Teil der oben beschriebenen Nährstoffe, ist aber dafür besser lagerfähig und erhält ein anderes Aroma. Außerdem besitzt er eine kürzere Kochzeit als der unpolierte Reis.
Der Parboiled Reis
Der Parboiled Reis entsteht bei einem industriellen Verfahren, in dem der Reis zunächst in heißem Wasser eingeweicht und dann unter heißem Druck gedämpft wird. Nach dieser Sauna-Erfahrung wird der Reis getrocknet und poliert. Durch dieses Druckverfahren wandern die in der Schale befindlichen Nährstoffe teilweise ins Innere des Reiskorns und bleiben dadurch auch noch nach dem Entfernen der Schale erhalten. Nebeneffekte sind, dass der Reis weniger klebt und generell sehr unkompliziert zu handhaben ist. Deshalb wird Parboiled Reis oft in Kantinen eingesetzt. Leider verliert der Reis durch das Parboil-Verfahren auch deutlich an Geschmack und Aroma.
Ansonsten gibt es natürlich auch weitere Verarbeitungsformen wie bereits vorgekochter Schnellkochreis oder Minutenreis.
Und was ist jetzt mit den Reissorten?
Wie bereits erwähnt, werden wir aufgrund der immensen Anzahl an Reissorten nur auf eine erlesene Auswahl von »Reispromis« eingehen. Kurze Rede, langer Sinn – fangen wir nun mit den heißbegehrten Reissorten und ihren spezifischen Eigenschaften sowie ihrer Eignung für verschiedene Gerichte an:
Basmati Reis
Der Basmati – ein duftes Kerlchen, im wahrsten Sinne des Wortes! Denn Basmati bedeutet auf Hindi so viel wie »Duft«. Aufgrund seines herrlichen Duftes und seinem Aroma wird dieser Reis der Gattung Langkorn vor allem für orientalische Gerichte verwendet – egal ob mit Fisch, Fleisch oder Gemüse. Jedoch ist Basmati nicht gleich Basmati – denn der vom Fuße des Himalaya-Gebirges stammende Reis, unterliegt dem »Code of Practice on Basmati«. Dieser besagt, dass Basmati lediglich 7% Fremdreis beinhalten darf, sonst ist es kein echter Basmati. Während diese Regelung in anderen Ländern gang und gäbe ist, gibt es in Deutschland noch keine solche Regelung. Doch das ist kein Grund zur Besorgnis, da Sie bei Reishunger 100% reinen Basmati vom Fuße des Himalayas erhalten.
Jasmin Reis (Duft-Reis)
Dieser spezielle Langkorn-Reis kommt aus Thailand oder Vietnam und zeichnet sich durch ein sehr leckeres, blumiges und leicht süßliches Aroma aus. Damit sich dieses Aroma auch voll entfalten kann, wird Jasmin Reis traditionell in einem Bambuskorb gedämpft. Er passt aufgrund dieser Eigenschaft hervorragend zu asiatischen (wahlweise auch übertrieben scharfen) Gerichten.
Sushi Reis (Akitakomachi)
Echter Sushi Reis kommt natürlich nur aus Japan. Da dieser Reis in Japan sehr beliebt und aufgrund der kleinen Fläche Japans auch ziemlich begrenzt ist, unterliegt der japanische Sushi Reis strengen Exportregelungen. Damit die Weltbevölkerung aber trotzdem ihren Sushi-Hunger stillen kann, werden vor allem in Kalifornien (USA) und Norditalien riesige Mengen an Sushi Reis produziert. Diese erreichen aber nur bedingt die Qualität des japanischen Reis, da das feuchte Klima und die besonderen Bodengegebenheiten in Japan natürlich nicht so einfach nachzuahmen sind. Neben seiner spezifischen Herkunft zeichnet sich Sushi Reis durch seine Körner aus. Diese sind schön rund und schön weiß, eben ein typischer Rundkorn-Reis. Diese Reiskörner geben beim Kochen viel Stärke ab, weshalb ein wunderbar klebender Reis entsteht – die Grundlage eines jeden guten Sushis. Als Sushi Reis eignet sich zum Beispiel hervorragend der »Akitakomachi«. Wie der Name schon vermuten lässt, kommt diese Sorte aus Japan – und wenn sich einer mit Sushi auskennt, dann ja wohl die Japaner!
Risotto Reis (Carnaroli)
Genug von den Japanern – jetzt sind die Italiener am Zug. Und was fällt einem direkt ein, wenn man an Italien und Reis denkt? Richtig! Das berühmte Risotto. Dieses sehr beliebte Reisgericht zeichnet sich durch seine schöne Sämigkeit in Verbindung mit bissfestem Reis aus. Für diesen Job ist die Reissorte Carnaroli aus dem Piemont-Gebiet Italiens wie gemacht. Der Mittelkornreis ist kochfest, gibt aber gleichzeitig genug Stärke ab. Das Fazit ist ein cremiges Risotto mit Biss – ganz egal was für ein Risotto gekocht wird.
Milch Reis (Arborio)
Milchreis dürfte so gut wie jedem ein Begriff sein, denn so ziemlich jeder hat ihn schon einmal gegessen. Cremig, süß, mit Zimt und Zucker, so liebt man ihn. Für den klassischen Milchreis ist, wie beim Risotto, ein Mittelkornreis heranzuziehen. Hierfür eignet sich der Arborio hervorragend. Genau! Arborio, wie die Stadt in Piemont. Nach dieser ist der Reis nämlich benannt. Der Arborio-Reis zeichnet sich durch seine großen Reiskörner aus, welche für eine schöne cremige Konsistenz mit Biss sorgen. So wird der Milchreis weder zu breiig noch zu klumpig und die Rieskörner gehen in der Creme nicht unter.
Schwarzer Reis (Nerone)
Da wir grade schon von Piemont gesprochen hatten, bleiben wir doch gleich da. Denn dort wird auch der Nerone angebaut. Der Nerone ist ein Reis mit schwarzer Schale. Da diese nicht, wie üblich, abgeschliffen wird, handelt es sich hierbei um einen Vollkornreis. Über seine zahlreichen in der Schale befindlichen Nährstoffe hinaus hat der schwarze Reis eine antioxidierende Wirkung und verbreitet beim Kochen ein herrliches Aroma, das an frisch gebackenes Brot erinnert. Damit passt er neben Fleisch auch zu Fisch oder Gemüse.
Wild Reis
Wildreis gehört botanisch zwar in den Verwandtschaftskreis von Reis, ist aber streng genommen kein Reis, sondern eine Grasart, die hauptsächlich an kanadischen Flussufern wächst. Die Körner der Wasserpflanze sind lang, schwarz und zeichnen sich durch ein leicht nussiges Aroma mit Tee-Note aus. Ähnlich wie beim Vollkornreis beinhaltet Wildreis zahlreiche Nährstoffe wie zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Oft wird der Wildreis auch mit herkömmlichen Reis gemischt – das schmeckt nicht nur gut sondern sieht auch schön aus. Einmal gegart passt Wildreis hervorragend zu ebenso „wildem“ Fisch, Fleisch und Gemüse.
Roter Camargue Reis
Der Roter Reis erhält seine schöne Farbe durch die rote Außenhaut, welche durch den Anbau auf sehr tonhaltige Erde in dem französischen Ort Camargue zustande kommt. Bei dem Roten Reis handelt es sich, wie beim schwarzen Reis, um einen sehr nährstoffreichen und gesunden Naturreis. Aufgrund seiner begrenzten Verfügbarkeit und seines einzigartigen Geschmacks wird der Rote Reis als Spezialität gehandelt und ist somit in der »Haute Cuisine« zuhause. Er sieht also nicht nur hübsch aus, sondern schmeckt mit seinem einzigartigen, nussigen Aroma auch noch sehr lecker – besonders zu Fisch oder Fleisch.
Kleb Reis
Kleb Reis zeichnet sich, wie der Name schon sagt, durch seine enorme Klebeigenschaft aus. Diese entfaltet sich beim Kochen und ist auf das unterschiedliche Verhältnis der Bestandteile der pflanzlichen Stärke zurückzuführen. Um diesen Effekt noch zu verstärken wird der Reis traditionell über mehrere Stunden in Wasser eingeweicht. Anschließend wird der Reis, genau wie Jasmin Reis, in einem Bambuskorb gedämpft. Kleb Reis wird nicht nur als Beilage zu herzhaften Gerichten mit Fisch oder Fleisch gegessen, sondern auch als leckere Süßspeise (zum Beispiel mit Zimt).
War das schon alles?
Nein, denn neben den »Reispromis« gibt es natürlich noch andere Berühmtheiten die verdientermaßen ins Rampenlicht oder noch besser in jede Küche gehören. Hier sind sie, die besten und beliebtesten Reisalternativen:
Hirse
Alt, älter, Hirse! Genau, denn Hirse ist eines der ältesten Lebensmittel des Menschen. Es stammt von der Familie der Süßgräser (Poaceae) ab und erfreut den Gaumen schon seit rund 8000 Jahren. Hirse trumpft dabei durch seine zahlreichen Mineralstoffen und Spurenelemente auf, sowie durch seinen arttypischen, leicht nussigen Geschmack. Ein kleiner aber feiner Nebeneffekt ist, dass das Getreide nicht nur sehr gesund ist sondern als Lieferant von Silizium sowie Flour zur Stärkung von Haut, Haar und Zähnen beiträgt. Es gibt also gleich mehrere Gründe, warum Hirse des Öfter auf dem Speiseplan stehen darf und sollte – egal ob zu Fisch, Fleisch oder Gemüse.
Bulgur
Egal ob man es Bulgur, Boulghour, Bulghur oder Burghul nennt, es ist und bleibt das Hauptnahrungsmittel im Vorderen Orient. Das Nahrungsmittel besteht aus Weizen, vorwiegend Hartweizen, welcher gereinigt, gekocht und nach dem Trocknen von der Kleie entfernt wird. Abschließend wird das Produkt fachmännisch zerkleinert und voila, man hat köstliches Bulgur, äh, Boulghur …oder doch Burghul…?! Jedenfalls ist es aufgrund seiner Vitamine, Ballaststoffe und Eiweiß sehr gesund und schmeckt wunderbar mild mit einem leicht malzigen Aroma. Es ist vielseitig einsetzbar und kann daher für eine sehr breite Palette an Gerichten verwendet werden, wie zum Beispiel als Suppenbeilage, Brot, Süßspeise oder zu Fisch beziehungsweise Fleisch – um nur einen kleinen Ausschnitt zu nennen.
Quinoa
Quinoa stammt vom Fuchsschwanzgewächs (Amaranthaceae) ab und wird nicht etwa wie unser Fuchsschwanz an den Manta gehängt, sondern gegessen. Während die Blätter als Gemüse verzehrt werden können, werden die Samen gegart und unter Anderem als Beilage zu Fisch oder Fleisch gegessen. Sein Geschmack erinnert dabei leicht an Sprossen ist aber dennoch einzigartig. Quinoa grenzt sich aber nicht nur durch seinen leckeren Geschmack ab, sondern auch durch seinen enormen Gehalt von Eiweiß sowie den Mineralien Magnesium und Eisen – damit hängt er locker die gängigen Getreidearten ab.
Couscous
Couscous oder auch Cous cous ist das Grundnahrungsmittel in Nordafrika und wird aus Hartweizengrieß, Hirse oder Gerste hergestellt. Dabei wird das jeweilige Getreide befeuchtet und zu kleinen Kügelchen zerrieben. Diese Kügelchen sind nicht nur sehr fettarm, sondern auch nährstoffreich und gesund. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe auch erhalten bleiben, wird Couscous traditionell in einer Couscousière gedämpft. Der fertige Couscous wird mit Gemüse oder als Beilage zu Fleisch oder auch Fisch gegessen. Couscous kann aber auch hervorragend zur Zubereitung von leckeren Salaten oder süßen Nachspeisen verwendet werden.
Das war er, unser kleiner Guide zu Reistypen, Reissorten und leckeren Alternativen. Wir hoffen wir konnten ein bisschen Licht ins Reiskorn bringen. Sollte jemand während des Lesens ein immer größer werdendes Grummeln aus der Magenregion vernommen haben – keine Sorge – das ist ganz normaler Reishunger! Ab geht’s in den Shop.

