Kochmethoden

Reis kochen ist doch voll schwer, oder? Nö! Wir möchten hier eine kleine Übersicht geben, welche Kochmethoden es für Reis gibt und wie sie funktionieren. Auf geht's.

Kochtopf

Zu Beginn wollen wir mit dem wohl gängigsten Kochutensil starten, dem handelsüblichen Kochtopf. Dazu nehmen wir diesen Topf und stellen ihn mit der Öffnung nach oben (!) auf die Herdplatte. Wir unterscheiden bei der Zubereitung im Topf zwischen 2 Methoden:

Die Quellmethode

Sie ist die wohl bekannteste Methode für das Garen von Reis. Im Grunde ist der Vorgang relativ simpel. Man nimmt die gewünschte Menge an Reis und gibt je nach Sorte zwischen 2 oder 2½-mal so viel Wasser dazu. Danach gibt man den Reis und das Wasser in den Topf, fügt ein wenig Salz hinzu und bringt das Ganze zum Kochen. Nach kurzem aufkochen lässt man den Reis bei schwacher bis mittlerer Hitze im geschlossenen Topf in Ruhe durchgaren. Sobald das Wasser komplett aufgesogen ist, ist der Reis auch schon fertig. Den Reis kurz abdampfen lassen und mit einer Gabel oder Stäbchen etwas auflockern.

Die Wassermethode

Diese Methode dürfte allen Nudelessern bekannt sein. Denn die Reiskörner werden wie Nudeln in viel Wasser gekocht. Dabei wird etwa 6 mal so viel Wasser wie Reis verwendet. Nachdem das leicht gesalzene Wasser zum Kochen gebracht wurde, wird der Reis hinzugegeben und ohne Deckel geköchelt. Sobald die vorgeschriebene Garzeit abgelaufen ist, wir der Reis mitsamt Wasser durch ein Sieb gegossen. Den Reis kurz abtropfen lassen und danach wieder in den Topf geben und kurz abdampfen lassen. Fertig!

Persischer Reiskocher

Die Zubereitung im persischen Reiskocher ist sehr simpel. Je nach Reissorte ist wieder zwischen 2 und 2½-mal so viel Wasser notwendig sowie eine Prise Salz. Zuerst wird der Reis in den Reiskochertopf gegeben und anschließend mit dem Wasser aufgegossen. Deckel drauf und den Reiskocher auf ON stellen. Auf der Vorderseite des Kochers befindet sich ein Rädchen, auf der 4 Bräunungsgrade eingestellt werden können. Je höher das Rädchen einstellt ist, desto brauner wird die äußere Reiskruste – im persischen auch »Tadik« genannt. Sobald das Licht des Reiskochers erlischt, ist der Reis fertig und kann herausgenommen werden. Dazu wird der Topf – Vorsicht heiß! – entnommen und gestürzt, d.h. der Topf wird kopfüber auf einen Teller gestellt, bis der Reis sich absetzt.

Asiatischer Reiskocher

Der asiatische Reiskocher funktioniert im Prinzip genau wie der persische Reiskocher, nur ohne Krustenfunktion. Das bedeutet auch hier, dass ein Teil Reis – je nach Sorte – mit dem 2 bis 2½-fachen an Wasser aufgegossen wird. Zuerst wird wieder die gewünschte Menge an Reis in den Reiskocher gegeben und dann mit der genauen Menge an Wasser aufgefüllt. Anschließend noch ein bisschen Salz hinzufügen und dann den Deckel verschließen. Jetzt kann der Reiskocher eingeschaltet werden. Sobald der Reis fertig ist, also wenn das Licht erlischt, den Deckel öffnen und den Reis noch ca. 5 Minuten abdampfen lassen.

Risottotopf

Der große Vorteil des Risottotopfes ist seine einmalige Beschaffenheit, welche ihn zum perfekten Wegbereiter für Risotto macht. Aufgrund seiner hochwertigen Emaillierung und der gleichmäßigen Hitzeverteilung brennt nichts an, was bei einem Risotto, wie jeder weiß, schnell mal passieren kann. Die rundliche Form erleichtert zudem das Umrühren und das Mischen mit den grundlegenden Risotto-Zutaten wie Wein und Brühe. Die Zutaten variieren je nach Risottorezept, die Zubereitung ist fast immer gleich. Zuerst wird eine kleingehackte Zwiebel in reichlich Butter gedünstet, anschließend wir der Risotto-Reis hinzugegeben und gekocht bis er glasig wird. Das ganze mit Weißwein ablöschen und reduzieren. Nach und nach heiße Hühnerbrühe hinzugeben bis das Risotto schön sämig ist. Am Ende noch etwas Parmesan darüber reiben und fertig ist das Risotto. Natürlich kann der Risottotopf zum Beispiel auch zum Kochen von leckerem Milchreis oder auch als Schmortopf für zahlreiche andere Gerichte genutzt werden.

Mikrowellen-Reiskocher

Der Mikrowellen-Reiskocher ist in seiner Handhabung super einfach: Den Deckel abnehmen und für jeden Teil Reis das 1½ bis 2-fache an Wasser dazugeben, etwas Salz beimischen und den Deckel wieder gut verschließen. Danach den Topf in die Mikrowelle stellen und bei voller Leistung 12-15 Minuten garen.

Tajine

Die Tajine ist ein Schmortopf, mit dem traditionell in Marokko und entlang der südlichen Mittelmeerküste gekocht wird. Das Prinzip ist denkbar einfach: Zuerst wird die Tajine auf dem Herd platziert und das Fleisch zusammen mit Zwiebeln angebraten. Ein paar Gewürze, Gemüse und Flüssigkeit dazugeben, den Deckel schließen und alles zusammen auf kleiner Flamme ca. 30 Minuten garen lassen. Die Speisen werden im eigenen Saft gegart und können durch den zirkulierenden Dampf ihr volles Aroma entfalten. Dabei sind der Kreativität, sowohl bei der Anrichtung als auch beim Würzen, keine Grenzen gesetzt – egal ob europäische oder orientalische Rezepte bevorzugt werden. Übrigens, nicht nur der Schmortopf heißt Tajine, sondern auch jegliche Speise, die darin zubereitet wird.

Couscoussiere/Couscous-Topf

In der Couscoussiere oder dem Couscous-topf wird der Couscous traditionell mit Dampf gegart. Bevor es jedoch soweit ist, wird der Couscous mit etwas lauwarmem Wasser besprenkelt und vermischt, bis der ganze Couscous angefeuchtet ist. Anschließend 5 Minuten quellen lassen. Den Untertopf der Couscoussiere mit Wasser oder Bouillon füllen und zum Kochen bringen. Den Couscous in den Aufsatz geben und auf dem Untertopf platzieren. Das Ganze (ca. 20 Minuten) dämpfen lassen und danach den Couscous abkühlen lassen, lockern und mit Butter und lauwarmen Wasser vermischen. Danach nochmals die genannte Zeit dämpfen. Zuletzt den Couscous wieder lockern und mit etwas Olivenöl und Salz vermengen. Fertig! Es ist auch möglich, einen Eintopf im Untertopf schmoren zu lassen und währenddessen passend dazu Couscous im Übertopf zu garen. Bei der Zubereitung ist darauf zu achten, dass sich stets genügend Flüssigkeit im Untertopf befindet.

Paellapfanne

Die Paellapfanne, auch Paellera genannt, ist eine relativ große und flache Pfanne. Das liegt daran, dass die Paella – auch wenn es sich komisch anhört – tief gestapelt wird. Das heißt, dass die Paella als flache Schicht gekocht wird. Die Zubereitung einer Paella ist jedoch eine Kunst für sich. Je nach Paella-Gericht werden zu Beginn Meeresfrüchte angebraten und wieder aus der Pfanne entfernt. Anschließend wird Fleisch angebraten bis es fast durch ist und dann mit Gemüse ergänzt. Nach ca. 10 minütigem Schmoren wird der Paella-Reis hinzugegeben und vermischt. Etwas Wasser oder Brühe zugießen und die Paella köcheln lassen bis sie fertig ist. Zuletzt wird sie abgedeckt und darf nochmals 10 Minuten ruhen. Die Zubereitung einer Paella fordert nicht nur das richtige Equipment sondern auch einiges an Erfahrung. So muss das hinzugegebene Wasser oder die Brühe ausreichend bemessen werden, um den Reis perfekt zu garen. Hier spielt natürlich auch die richtige Temperatur eine große Rolle. Neben dem Können des Kochs ist natürlich auch der richtige Reis von grundlegender Bedeutung – hierfür gibt es eigens einen speziellen Paella-Reis: den Bomba.

Bambusdämpfer

Bei dem Garen mit dem Bambusdämpfer wird ein Topf benötigt, der zu einem Zentimeter mit Wasser gefüllt wird. Dann wird der zu garende Reis in ein Baumwolltuch geschlagen und in den Bambuskorb gelegt. Der Korb wird anschließend so in den Kochtopf gestellt, dass der Reis keinen direkten Kontakt mit dem kochenden Wasser hat. Den Reis nun bei niedriger Hitze dämpfen lassen. Das Wasser muss dabei ständig nachgefüllt werden, so dass ein Wasserspiegel von ca. 1 Zentimeter eingehalten wird. Die Garzeit im Bambusdämpfer beträgt je nach Reissorte ungefähr das Doppelte der normalen Zubereitungszeit. Wird der Reis zuvor eingeweicht oder kurz vorgekocht verringert sich die Garzeit. Beim Einweichen wird der Reis in kaltes Wasser gelegt und ruht dort zwischen 1 und 10 Stunden. Beim Vorkochen hingegen wird der Reis mittels Wassermethode ca. 5 Minuten gekocht, bevor er im Baumwolltuch ausgebreitet und in den Bambusdämpfer gelegt wird. Dabei empfiehlt es sich mit einer Gabel oder Stäbchen ein paar Löcher in die Reismasse zu drücken, so dass Dampf entweichen kann.

Wir wünschen Ihnen: Guten Reishunger!


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